Die Neuen auf dem Prüfstand

In Sulgen und Kradolf-Schönenberg treten vier Gemeinderatskandidaten zum erstenmal an. Die FDP gab ihnen Gelegenheit, sich öffentlich vorzustellen.

Hannelore Bruderer
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Daniel Wirth, Präsident der FDP AachThurLand, führt durch die Wahlveranstaltung im Sulger Landgasthof Löwen. (Bild: Hannelore Bruderer)

Daniel Wirth, Präsident der FDP AachThurLand, führt durch die Wahlveranstaltung im Sulger Landgasthof Löwen. (Bild: Hannelore Bruderer)

SULGEN. Der Präsident der FDP AachThurLand, Daniel Wirth, begrüsste im «Löwen» zwei Dutzend Interessierte zur Wahlinformation. Für die sechs Sitze in der Gemeindebehörde von Sulgen kandidieren vier bisherige Gemeinderäte und zwei neue Kandidaten: der 58jährige Hanspeter Kernen und der 42jährige Erwin Dreier. In Kradolf-Schönenberg besteht der Gemeinderat ebenfalls aus sechs Mitgliedern. Dort wollen fünf Bisherige ihren Sitz verteidigen. Mit ihnen ziehen zwei Neue, der 56jährige Paul Stahlberg und der 33jährige Dominik Büeler, in den Wahlkampf.

Von Fusion bis Sozialkosten

Nachdem sich die Kandidaten vorgestellt hatten, erhielten die Anwesenden am Dienstag Gelegenheit, Fragen zu stellen. Kernen wurde gefragt, ob er es sich vorstellen könne, dass die Gemeinden Kradolf-Schönenberg und Sulgen einmal fusionieren würden. Im Moment sei es sicher richtig, die Zusammenarbeit, die bereits in vielen Bereichen existiere, weiterzuführen und auszubauen, sagte er. In ferner Zukunft sei für ihn ein Zusammenschluss denkbar, sofern dafür in beiden Gemeinden eine Mehrheit zustande kommen würde.

Dreier wurde um seine Ansicht zum steigenden Kostendruck im Sozialwesen gebeten. Einen finanziellen Erfolg für eine Gemeinde könne es nur dann geben, wenn Einwohner, die Sozialhilfe beziehen müssten, wieder Erfolg hätten, zeigte sich Dreier überzeugt. In welche Richtung eine solche Lösung zielen könnte, liess er offen.

Nicht cool genug für Junge

Von Dominik Büeler (Kradolf), dem jüngsten Kandidaten, wollte eine Versammlungsteilnehmerin wissen, wie er sich als Gemeinderat dafür einsetzen würde, dass die Gemeinde für die Jugend attraktiver wird. «Ich würde den Jungen zu mehr Eigeninitiative raten», sagte er. Ihre Vorhaben würde er dann gerne im Gemeinderat vertreten. Dass sich heute nur wenige Junge für ein politisches Amt begeistern, erklärt sich Büeler damit, dass eine solche Funktion nicht mehr als Ehre empfunden werde.

Paul Stahlberg (Schönenberg) wurde gefragt, ob er das Gemeinderatsmandat im Falle einer Wahl als längerfristige Verpflichtung sehe. «Da es eine Weile dauert, bis man sich in den verschiedenen Bereichen auskennt, sehe ich diese Tätigkeit auf jeden Fall als längerfristiges Engagement», sagte er.

Alle vier Kandidaten gehören keiner Partei an. Wirth fragte sie daher nach ihrer politischen Gesinnung. Die beiden Kandidaten aus Sulgen, Hanspeter Kernen und Erwin Dreier, positionieren sich im bürgerlichen Lager und hegen Sympathien für die SVP sowie für liberale Ideen.

Dominik Büeler bezeichnet sich als liberal denkenden Menschen mit einer sozialen Ader, der aber auch viel Wert auf Umweltthemen legt. Paul Stahlberg gab an, dass er sich mit der Schweizer Parteienlandschaft noch nicht intensiv auseinandergesetzt habe. Er schätze die Werte und Postulate der Grünen, denke aber auch liberal.

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