Die Natur erleben und spüren

Man trifft sie auf Gletschern, in Schluchten, aber auch mal bei einem gemütlichen Jass oder Kegelabend an: die Naturfreunde Arbon.

Urs M. Hemm
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Die Wanderschuhe sind gebunden, der vollgepackte Rucksack geschultert. «Das sind immer die schönsten Erinnerungen und Höhepunkte im Vereinsjahr, wenn wir auf grosse Tour gehen», erzählt Heinrich Mettler, Präsident der Naturfreunde Arbon. Auch Sonja Moser, Vizepräsidentin, pflichtet ihrem Vereinskameraden bei: «Es sind immer wieder tolle Erlebnisse, gemischt aber auch mit der Befriedigung, etwas erreicht, geleistet zu haben.» Mit so viel Tatendrang und Enthusiasmus nehmen die Arboner Naturfreunde auch das Jahr ihres 100jährigen Bestehens in Angriff.

Dem Alter angepasst

Es sei aber nicht so, dass alle Vereinsmitglieder sich auf Hochgebirgstouren zu Tode quälen müssten. So werden speziell für Senioren leichtere Routen ausgesucht, die gut machbar sind. «Die Wege für unsere älteren Mitglieder sind in erster Linie nicht so lang und die Höhenunterschiede viel geringer», sagt Moser. Das Ziel sei es, Freude an Sache zu haben, und nicht, sich sinnlos zu verausgaben.

Zudem müsse auf einer schönen Wanderung auch die Möglichkeit bestehen, einmal innezuhalten und die Wunder der Natur geniessen zu können. «Wir sind schliesslich dabei, um uns an kleinen Dingen zu erfreuen – wie eine schöne Blume oder dem Gesang eines Vogels zu lauschen –, aber sicher nicht, um Streckenrekorde zu brechen», ergänzt Heinrich Mettler sofort. Auch für die jungen Mitglieder gebe es ein spezielles Programm. Leider sei aber diese Generation nur noch spärlich in Arbon vertreten. Aber da der Verein gute Kontakte zur St. Galler Sektion pflege, könnten die Jungen sich dort für Anlässe – wie Klettern – anschliessen.

Geselligkeit zählt viel

Bei den Naturfreunden Arbon werde aber nicht nur gewandert. In deren Jahresprogramm finden sich auch Kegel- und Jassabende. Natürlich dürfen auch der traditionelle Fonduehöck sowie der Klausabend im Wald nicht fehlen. «Auch wenn wir auf Wanderungen sind, gehört eine ausgiebige Pause dazu», sagt Mettler. Das sei dann die Zeit, wo man sich austauschen und Freundschaften pflegen könne. Dort würden dann auch die eben gesehenen Naturschönheiten diskutiert. Manch einer erzähle dann etwas über Vögel oder Pflanzen, da viele Vereinsmitglieder nicht spezialisiert seien, sondern die Natur einfach als ganzes erleben möchten.

Alleinerziehenden helfen

Der Dachverband – Naturfreunde Schweiz mit Sitz in Bern – unterhält über die ganze Schweiz verteilt Naturfreundehäuser. Es wurde die Aktion «Gratis-Wochenende für Alleinerziehende» ins Leben gerufen, von der im vergangenen Jahr 175 Kinder und 132 Erwachsene profitieren konnten. Ziel sei gewesen, den Familien einfach mal eine Pause vom Alltag zu gönnen und ihnen die Natur näherzubringen. Die Arboner bewirtschafteten ein Naturfreundehaus bei Malbun. Es musste aber aus Personalmangel – es wurde ehrenamtlich betrieben – 1963 an die Ortsbürgergemeinde Buchs verkauft werden.

Sonja Moser und Heinrich Mettler hoffen nun auf einen sonnigen, unfallfreien Sommer, auf dass sie noch viel mit dem Verein unternehmen können und die Wunder der Natur geniessen.

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