Die Museen machen die Stadt attraktiver

Kreuzlingen hat mit dem Seemuseum, dem Museum Rosenegg sowie dem Planetarium mit der Sternwarte ein breites Kultur- und Freizeitangebot. Um die Häuser auf ihrem Niveau halten und weiter fördern zu können, möchte die Stadt ihren jährlichen finanziellen Beitrag auf 380 000 Franken erhöhen.

Nicole D'orazio
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Dorena Raggenbass Stadträtin, Departement Gesellschaft, Kreuzlingen (Archivbild: Andrea Stalder)

Dorena Raggenbass Stadträtin, Departement Gesellschaft, Kreuzlingen (Archivbild: Andrea Stalder)

KREUZLINGEN. Bisher waren alle Einzelkämpfer. Das Seemuseum, das Museum Rosenegg sowie das Planetarium mit der Sternwarte. Nun sollen sie zur gemeinsamen Marke «Kreuzlinger Museen» werden. Die drei Institutionen, die alle von Stiftungen mit grossem Engagement betrieben werden, nehmen einen hohen Stellenwert im Kultur- und Freizeitangebot in Kreuzlingen ein. «Sie haben sich über Jahre hinweg entwickelt und weisen eine hohe Qualität auf», sagte Dorena Raggenbass, Stadträtin Departement Gesellschaft, an der gestrigen Medienkonferenz im Vorfeld der nächsten Gemeinderatssitzung. «Wir haben dank ihnen einen Reichtum an verschiedenen Angeboten in der Stadt.»

Die Legislative wird am kommenden Donnerstag über einen neuen jährlich wiederkehrenden Beitrag von 380 000 Franken an die Museen abstimmen.

Umbruch in der Führung

«Im Rosenegg steht ein Leiterwechsel bevor, das Seemuseum hat seit letztem Jahr eine neue Führung», sagte Raggenbass. «Die neuen Führungskräfte werden bezahlt. Nur noch ehrenamtliches Engagement wie das von Heidi Hofstetter scheint heutzutage unmöglich.» Natürlich solle die ehrenamtliche Tätigkeit der vielen Freiwilligen weiterhin gefördert werden. Diese sei sehr wichtig. «Dafür ist allerdings eine professionelle Leitung nötig.»

Um die Qualität der Häuser halten und auch fördern zu können, bedürfe es mehr finanzieller Mittel. Heute zahlt die Stadt insgesamt 115 000 Franken pro Jahr. Das Seemuseum erhält 60 000 Franken, das Rosenegg 30 000 Franken und das Planetarium 25 000 Franken. Zudem habe sich die Stadt jeweils an nötigen Sanierungen und Investitionen beteiligt. Das Seemuseum und das Rosenegg sind zudem in städtischen Liegenschaften beheimatet, welche die Stadt im Baurecht an die Stiftungen abgetreten hat.

Es geht nur gemeinsam

Eine Analyse eines Fachmanns hat gezeigt, dass der heutige Alleingang der drei Häuser Schwächen hat und eine verstärkte Zusammenarbeit das Ziel sein muss. Im Auftrag der Stadt haben die Museumsleiter ein Konzept verfasst. Der Stadtrat hat dieses mittlerweile verabschiedet. «Dieser Schulterschluss ist einmalig. Der Einzelkampf endet. Denn es besteht nur die Chance, gemeinsam die Qualität zu halten und zu fördern», sagt Raggenbass. «Im Konzept haben die Leiter auch einen Schlüssel für die finanzielle Unterstützung gefunden.» Denn die Führung und Verantwortung bleibe bei den Stiftungen. «Diese müssen weiterhin Spenden sammeln.» Nur mit Beiträgen der öffentlichen Hand sei der Museumsbetrieb nicht zu bewältigen. Das Seemuseum erhält neu 125 000 Franken, das Rosenegg 160 000 und das Planetarium 95 000 Franken.

Die Stadt schliesst mit den Institutionen je eine Leistungsvereinbarung ab. Diese gelten ab 1. Januar 2017 für fünf Jahre, sofern der Gemeinderat zustimmt. In der Kommission Gesellschaft, Kultur und Sport sei heftig diskutiert, die Notwendigkeit der Beitragserhöhung aber anerkannt worden, sagte Raggenbass. Stimmen die Gemeinderäte zu, kommt die Botschaft am 27. November vors Volk.

Das Seemuseum im Kreuzlinger Seeburgpark. (Bilder: Donato Caspari)

Das Seemuseum im Kreuzlinger Seeburgpark. (Bilder: Donato Caspari)

Der Astronaut weist auf Planetarium und Sternwarte hin. (Bild: Donato Caspari)

Der Astronaut weist auf Planetarium und Sternwarte hin. (Bild: Donato Caspari)

Das Museum Rosenegg liegt an der Bärenstrasse. (Bild: Donato Caspari)

Das Museum Rosenegg liegt an der Bärenstrasse. (Bild: Donato Caspari)

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