Die Milchfrau wird heute 101

Während ihrer aktiven Zeit belieferte Berta Balsiger die Haushalte mit Milch. Jetzt ist sie 101jährig – und hilft immer noch beim Wäschezusammenlegen.

Hefy Züger
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Berta Balsiger im Gespräch mit Heimleiter Jürgen Steven. (Bild: Hedy Züger)

Berta Balsiger im Gespräch mit Heimleiter Jürgen Steven. (Bild: Hedy Züger)

Ein weiterer Festtag am Samstag, 15. November, im Evangelischen Alters- und Pflegeheim, wo Berta Balsiger seit fast zwei Jahren wohnt. Ihre Kindheit hatte sie in Tettnang, Region Langenargen, verlebt. Damals kamen die Handwerker «auf die Stör» auf den Hof ihrer Eltern. Sie arbeiteten tageweise, solange man sie brauchte.

1927 in die Schweiz

1927 wechselte Berta Balsiger in die Ostschweiz, «nein, nicht wegen der Schweizer Männer, eher wegen der Franken», erklärte sie dem Heimleiter, Jürgen Steven. Als verheiratete Frau versorgte sie mit ihrem Mann von der Molkerei an der Landquartstrasse aus mit Velo und Anhänger viele Arboner Haushaltungen. Pasteurisierte Milch kannte man noch nicht, die frische Milch wurde aus grossen Kannen offen ausgemessen.

Die Arbeit war Berta Balsiger immer ein und alles. Obwohl sie jetzt Pensionärin ist, macht es ihr Freude, im Heim beim Zusammenlegen der Wäsche zu helfen.

Mithilfe im Heim

Sie fragt jeden Tag: «Was darf ich tun?» Was zum Festtag auf den Tisch komme, sei weniger wichtig, meinte sie, wichtiger sei doch, wie man es koche. Sie habe während des ersten Weltkrieges gelernt, bescheiden zu sein. Sie freut sich auf das Geburtstagsfest. Die Töchter Margrit und Trudi kommen regelmässig auf Besuch. In Arbon erinnert man sich gerne an die fleissige, zuverlässige Mitbürgerin.

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