Die Messen holen Max Vögeli

An der Generalversammlung der Messen Weinfelden wurde der Weinfelder Gemeindepräsident am Mittwoch für den zurücktretenden Franz Koller in den Verwaltungsrat gewählt. Einen Interessenkonflikt befürchtet Vögeli nicht.

Mario Testa
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Peter Joss, Präsident der Messen Weinfelden, der abtretende Verwaltungsrat Franz Koller und sein neu gewählter Nachfolger Max Vögeli. (Bild: Mario Testa)

Peter Joss, Präsident der Messen Weinfelden, der abtretende Verwaltungsrat Franz Koller und sein neu gewählter Nachfolger Max Vögeli. (Bild: Mario Testa)

WEINFELDEN. Sechs Messen gibt es jedes Jahr in Weinfelden. Strategisch geleitet werden sie vom Verwaltungsrat der Genossenschaft Messen Weinfelden. Und seit Mittwochabend wirkt auch der Max Vögeli in diesem Verwaltungsrat mit. Die Genossenschafter wählten den Weinfelder Gemeindepräsidenten an der Generalversammlung einstimmig für den zurücktretenden Franz Koller in den Verwaltungsrat. Vögeli sieht sich als neutraler Vertreter. «Ich habe keinen Messehut an. Ich vertrete eine neutrale Position und die Interessen der Weinfelderinnen und Weinfelder», sagt Vögeli.

Als er für das Amt angefragt wurde, habe er dies in einer Gemeinderatssitzung angesprochen. «Es herrschte Konsens im Gemeinderat, dass ich für den Verwaltungsrat kandidieren soll. Es handelt sich hierbei ja nicht um die operative Ebene der einzelnen Messen.» Da der Gemeinderat Bewilligungsbehörde sei für die einzelnen Messen, sei von Anfang an klar gewesen, dass nur eine Einsitznahme im Verwaltungsrat in Frage komme, also auf strategischer Ebene.

Synergien fürs Marketing

Von seinem Engagement bei den Messen Weinfelden verspricht sich Vögeli für beide Seiten Vorteile, die Messen und die Gemeinde. «Wir erarbeiten in der Gemeinde derzeit die Nutzungsstrategie für das Zentrum, und dort finden auch die Messen statt. Ich sehe mich als Vertreter des Volkes und zudem sehe ich mögliche Synergien im Bereich des Marketings für Weinfelden und die Messen», sagt das neu gewählte Vorstandsmitglied.

Die lange Suche nach einem adäquaten Nachfolger von Franz Koller habe sich gelohnt, sagt Messen-Präsident Peter Joss. Dass Max Vögeli als Gemeindepräsident im Messen-Verwaltungsrat ein Hemmnis werden könnte, befürchtet er nicht. «Ich habe mir das auch lange überlegt. Aber in der Summe spricht vieles für seine Einsitznahme. Gerade was die Entwicklung des Zentrums angeht, sind wir dank ihm jetzt auch näher dran», sagt Joss. Zudem kenne er Max Vögeli lange genug, um ihn einschätzen zu können. «Wir haben die Latte hoch angesetzt, wollten jemanden, der passt und einen gewissen Einfluss hat – einen, der uns nützt. Und das trifft auf Max zu.» Den fünfköpfigen Verwaltungsrat komplettieren Hermann Lei, Rolf Müller und Heinz Schadegg.

Zehn Jahre im Verwaltungsrat

Dem zurücktretenden Verwaltungsrat Franz Koller dankt Peter Joss für seinen langjährigen Einsatz für den Messestandort Weinfelden. Er überreicht ihm ein Gutschein und einen Nussknacker und sagt: «Es brauchte zwei Anläufe, bis wir einen Ersatz für Franz Koller gefunden hatten, also hat er ein Jahr weitergemacht.» Franz Koller war zehn Jahre lang im Verwaltungsrat der Messen Weinfelden dabei. Eine Zeit des Wandels für die Messen, sagt der gebürtige Appenzeller. «Die Entwicklung über diese viele Jahre war sehr gut. Der Entscheid, die einzelnen Messen unter einer Genossenschaft als Holding zusammenzuführen, hat sich bewährt.» Er könne mit gutem Gewissen nun ausscheiden. «Die Anfangszeiten waren harzig, aber jetzt stehen die Messen auf gesunden Füssen.»