Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Die Marschrichtung vorgegeben

Nach 21 Jahren als Dirigent der Jugendmusik Kreuzlingen macht René Messmer Platz für einen Jüngeren. Er gibt den Dirigentenstab im Erfolgsjahr 2008 an seinen Ziehsohn Stefan Roth ab.
Martina Eggenberger Lenz
Gemeinsame Liebe zur Musik und zum Verein: René Messmer (r.) und Nachfolger Stefan Roth. (Bild: Nana do Carmo)

Gemeinsame Liebe zur Musik und zum Verein: René Messmer (r.) und Nachfolger Stefan Roth. (Bild: Nana do Carmo)

Kreuzlingen. Das wohl bekannteste Gesicht der Kreuzlinger Jugendmusik gehört einer Person, die dem Jugendalter längst entwachsen ist: Der 53jährige René Messmer hält den Dirigentenstab schon seit 21 Jahren in den Händen. Er gibt in Kreuzlingen den Takt an, die Marschrichtung vor und zeichnet sich für die Erfolge verantwortlich. Mit letzteren wurde die Jugendmusik Kreuzlingen in den vergangenen Jahren geradezu überhäuft. Die Geschichte des Blasorchesters gipfelte dieses Jahr mit dem Doppelsieg bei den Schweizer Meisterschaften am Jugendmusikfest in Solothurn.

Ein Rollentausch

Nun, auf dem Höhepunkt der Karriere, schaltet René Messmer einen Gang zurück. Er übergibt die Leitung des Orchesters an Stefan Roth. Dieser ist bereits heute Vize-Dirigent und hat während des halbjährigen Bildungsurlaubs von Messmer im letzten Jahr die Jugendlichen geführt. «Was wir jetzt machen, ist eigentlich ein Rollentausch» erzählt Messmer. Denn er mutiere jetzt zum Vize, während der Vize an seine Stelle rücke.

Der Neue ist Berufsmusiker

Zusammengeführt hat die beiden Musikbegeisterten das Schicksal. Während der Sommerferien 1998 fehlten der Jugendmusik einige Kräfte. René Messmer erinnerte sich an einen talentierten Jungen aus Aadorf, den er als Prüfungsexperte von Kantonalkursen kennenlernte. Er fragte den damals 17jährigen Stefan Roth an, ob er nicht Lust habe, in Kreuzlingen mitzumachen. So kam es, dass dieser bald bei der Jugendmusik Euphonium und Posaune spielte.

Auch privat kreuzten sich die Wege der beiden bald wieder: Stefan Roths Mutter und René Messmer wurden von Amors Pfeil getroffen. Der Ziehsohn setzte ganz auf die Musik und begann 2004 sein Studium an einem holländischen Konservatorium. Heute ist er Berufsmusiker und nebst der Jugendmusik noch als Dirigent zweier weiterer Musikvereine tätig.

Dirigent, Lehrer und Vater

René Messmer hingegen war stets und ist nach wie vor als Oberstufenlehrer tätig. Als Dirigent der Jugendmusik sei er hin und wieder auch in der Lehrerrolle gewesen, manchmal auch Vater oder Heilpädagoge. «Das Schöne an der Jugend ist, dass sie noch formbar ist.» Gegen 600 Mädchen und Buben sind über die Jahre seinem Takt gefolgt. Etliche seien heute selbst Dirigenten, Musikstudenten oder Militärmusiker.

Messmer und Roth haben mindestens zwei Dinge gemeinsam: die Liebe zur Musik und zum Verein. Unterscheiden würden sie sich in Sachen Musikgeschmack, erzählen die beiden. Auch hat Stefan Roth wegen seines jungen Alters einen anderen Draht zu den Jugendlichen. «Sie dürfen mich auch duzen», betont er.

«Nie zufrieden sein»

Der neue Dirigent will an die Erfolge seines Vorgängers anknüpfen, etwa am Weltmusikfestival in Kerkrade, Holland, das im kommenden Juli stattfindet. Stefan Roth: «Man darf nie mit dem Erreichten zufrieden sein.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.