«Die Liegenschaft ist ein Glücksfall»

Die Stiftung Mansio zieht ins umgebaute Waldhaus ein. Zwölf Menschen mit geistiger Behinderung und Autisten sollen dort betreut werden – dank dem neuen Haus kann die Stiftung die geforderte erhöhte Betreuungsqualität erfüllen.

Kurt Peter
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Stiftung Mansio zieht um: Roland Widmer, Christian Bühler, Marcel Baumgartner und Martin Gisler (v. l.). (Bild: kp)

Stiftung Mansio zieht um: Roland Widmer, Christian Bühler, Marcel Baumgartner und Martin Gisler (v. l.). (Bild: kp)

MÜNSTERLINGEN. Menschen mit geistiger Behinderung und Autisten werden ins Waldhaus einziehen, Platz hat es für zwölf Personen. Das Waldhaus gehört dem Kanton, unter der Federführung des Hochbauamtes wurde es den Bedürfnissen der Stiftung Mansio entsprechend umgebaut. Für die Stiftung sei die Liegenschaft ein Glücksfall, sagte der stellvertretende Stiftungsratspräsident Martin Gisler. Durch den Bezug von Einzelzimmern könne die Betreuungsqualität massiv erhöht werden.

Die Unterbringung in Einzelzimmern sei ein langgehegter Wunsch der Stiftung, erklärte Geschäftsführer Roland Widmer. Das neue Wohnheim sei für Bewohner wie Personal zwar eine Umstellung und der Umzug gebe viel Arbeit, aber: «Das Resultat ist eine Verbesserung der Wohnsituation und der Arbeitsbedingungen.»

Waldhaus ist kein Hotel

Dies bestätigte auch der Heimleiter der Gruppe Wellenspiel, Marcel Baumgartner.

Der Umzug vom See ins Waldhaus finde mit den Bewohnern statt, sozusagen mit «Sack und Pack», mit den Betten und Möbel der Bewohner. Die Stiftung stelle kein Hotel zur Verfügung, in das einfach eingecheckt werden könne. Das sei auch für die Patienten eine Herausforderung, so Baumgartner. Christian Bühler vom kantonalen Hochbauamt blickte auf die Baugeschichte zurück.

Beim Umbau seien die Bedürfnisse der Bewohner wichtig gewesen, zudem wurden gezielt energietechnische Massnahmen getroffen. Eine Sanierung der Fassade sei in absehbarer Zeit nicht nötig. Insgesamt investierte die Stiftung 850 000 Franken in das Waldhaus.

Lebensqualität als Ziel

Das wichtigste Ziel des Betreuungskonzeptes sei es, den Patientinnen und Patienten gute Lebensqualität bieten zu können, betonte Gruppenleiterin Heike Wienholt.

Das tägliche Leben soll so normal wie möglich gestaltet werden, «dabei sind Strukturen genauso wichtig wie unterstützende Massnahmen». Mitbestimmung und -gestaltung gehörten aber auch zum Betreuungskonzept. Die Autisten betreut Hans Demleitner. Die Menschen seien normal intelligent, könnten dies aber nicht umsetzen. Sie seien meist auf ganz eigene Sachen konzentriert. Da zeige sich ein Vorteil des Waldhauses: «Endlich haben wir Räume für den persönlichen Rückzug.»

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