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«Die Lage ist nicht aussichtslos»

KESSWIL. Die Gemeinde Kesswil geht zehn Jahre nach einem ersten erfolglosen Anlauf die Planung eines Hafens neu an. Gemeindeammann Kurt Henauer gibt sich zuversichtlich. «Es braucht aber einen mutigen Entscheid», ist er sich bewusst.
Markus Schoch
Will vorwärtsmachen mit dem Bau eines Hafens: Gemeindeammann Kurt Henauer vor den alten Anlegestellen der Lastschiffe, die zerfallen. (Bild: Markus Schoch)

Will vorwärtsmachen mit dem Bau eines Hafens: Gemeindeammann Kurt Henauer vor den alten Anlegestellen der Lastschiffe, die zerfallen. (Bild: Markus Schoch)

Kurt Henauer sieht keinen Grund, den Kopf hängen zu lassen. «Die Lage ist nicht aussichtslos. Wir wollen es deshalb nochmals versuchen.» Für den Gemeindeammann ist nicht einsichtig, warum alle einen Hafen bauen können, sollen – ausser Kesswil.

«Wir schauen deshalb mit Interesse nach Münsterlingen.» Dort ist eine 300 Meter lange Steganlage mit Wellenbrecher weit draussen im See geplant. Die Stimmbürger haben Ende Januar einen entsprechenden Grundsatzentscheid getroffen.

Auslegeordnung gemacht

Jetzt macht auch Kesswil vorwärts. Vor einigen Tagen trafen sich interessierte Bürger zu einem ersten Gespräch über einen möglichen Hafenbau. Sie hätten im wesentlichen eine Auslegeordnung gemacht, sagt Henauer. «Woran vor zehn Jahren das erste Projekt eines Inselhafens gescheitert ist, wurde nie im Detail aufgearbeitet.»

Das soll jetzt nachgeholt werden. Nach einem sieben Jahre währenden Rechtsstreit mit Umweltverbänden und Anwohnern setzte das Bundesgericht 2003 den Kesswiler Hafenträumen seinerzeit ein Ende.

Der richtige Zeitpunkt

Jetzt sei der richtige Zeitpunkt, die Idee eines Hafens nochmals zu prüfen, sagt Henauer. Zum einen werde im Moment die Ortsplanung überarbeitet. «In diesem Zusammenhang kommen wir gar nicht darum herum, uns nochmals mit der Hafenfrage zu beschäftigen.» Denn im kantonalen Richtplan ist der Bau eines Hafens in Kesswil ausdrücklich vorgesehen.

Zum anderen wolle der Kanton das gesamte Seeufer auf Thurgauer Gebiet aufwerten, sagt Henauer. Im Herbst würden die Arbeiten anlaufen. «In Kesswil besteht in dieser Beziehung sicher Handlungsbedarf.» Mit einem neuen Hafen könnte die heutige Situation verbessert werden, ist der Gemeindeammann überzeugt. «Das wäre schon beim geplanten Inselhafen so gewesen.» Henauer denkt dabei nicht nur an die harten Uferverbauungen, sondern auch an die sogenannte Stelli im Bereich des Übergangs vom Flach- zum Tiefenwasserbereich, wo früher die Lastschiffe anlegten.

Stelli zerfällt

«Die Stelli ist in einem schlechten Zustand», sagt Henauer. Die Konstruktion zerfalle zusehends. Vor allem das viele Eis im letzten Jahr habe ihr zugesetzt. «Viele Pfähle sind zerbrochen.» Mit dem Inselhafen wären die nautischen Zeitzeugen besser erhalten geblieben, sagt Henauer. Und auch ein neues Projekt könnte ihnen unter Umständen eine bessere Zukunft geben. Er wolle damit jedoch nicht andeuten, wo der neue Hafen gebaut werden solle, stellt Henauer klar. Die Planung stehe ganz am Anfang. «Wir treffen jetzt erste Abklärungen.» Der Standort des Hafens sei noch kein Thema. «Das ist zu weit weg.» Henauer hofft, dass in fünf Jahren ein Ausführungsprojekt vorliegt.

Aufmunternde Reaktionen

Er ist sicher: «Mit einem vernünftigen Projekt ist eine Mehrheit im Dorf für einen Hafen zu finden.» Die Grundstimmung sei positiv. Er habe viele aufmunternde Reaktionen erhalten auf die Ankündigung hin, einen neuen Anlauf zu nehmen.

Vorgesehen ist, von Anfang an möglichst breite Kreise einzubeziehen. Aktiviert werden könnte auch der seinerzeitige Förderverein des Hafens.

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