Die Kirchensteuern bleiben, wie sie sind

KREUZLINGEN. Eigentlich ging es an der Versammlung der evangelischen Kirchgemeinde Kreuzlingen nur um die Bewilligung des Budgets. Doch vier Anträge eines Kirchbürgers sorgten für erhöhte Aufmerksamkeit. Doch sie wurden allesamt deutlich abgelehnt.

Kurt Peter
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Einen Überschuss von knapp 130 000 Fr. weist das Budget aus. Der Steuerfuss bleibt bei 15 Prozent. Die Vorsteherschaft der evangelischen Kirchgemeinde Kreuzlingen rechnet mit steigenden Steuereinnahmen. «Die Personalausgaben beruhen auf den Vorgaben des Kirchenrates», erklärte Präsidentin Susanne Dschulnigg. Laut Budget sollen die Löhne um zwei Stufenprozente erhöht werden. Kirchbürger Walter Studer konnte das nicht nachvollziehen und stellte einen Antrag an der Kirchgemeindeversammlung vom Montagabend. Höchstens ein Stufenprozent sei zu gewähren. «Die Ausgaben nehmen gegenüber den Einnahmen besorgniserregend zu», argumentierte er. «Das ist ein Ausbruch aus dem Lohnsystem, sollte der Antrag angenommen werden», antwortete die Kirchenpräsidentin. Die Stimmberechtigten wollten das nicht und lehnten den Antrag mit 42 Nein- gegen eine Ja-Stimme bei acht Enthaltungen ab.

Keine Kürzung der Beiträge

Der nächste Antrag von Walter Studer folgte auf dem Fuss. Er wollte die Beiträge der Kirchgemeinde an örtliche Institutionen von 11 950 Franken auf 9000 Franken reduzieren. Er nannte die Beiträge ein «Giesskannenprinzip». Die Diskussionsteilnehmer wehrten sich hingegen und sprachen sich tendenziell für noch höhere Beiträge aus. So wurde der Antrag denn auch glasklar abgelehnt.

In der Folge stellte Walter Studer den Antrag, je 200 Franken für die Juniorenabteilungen der beiden Kreuzlinger Fussballclubs in die Beiträge aufzunehmen. «Bisher haben wir Sportvereine nicht unterstützt, unserer Beiträge gehen an Vereine und Institutionen mit vorwiegend sozialen Aufgaben» meinte Susanne Dschulnigg. Diese hätten, im Vergleich zum Sport, kaum Chancen, Sponsoren zu finden. Nach kurzer Diskussion zog Walter Studer den Antrag zurück, denn «ich habe erreicht, dass wir darüber reden».

Renovation wird vorbereitet

Vor der Abstimmung über Budget und Steuerfuss stellte Walter Studer den Antrag, die Steuern um ein Prozent zu senken. Auch diesmal fand er keine Mehrheit. Das von der Vorsteherschaft vorgelegte Budget mit unverändertem Steuerfuss wurde schliesslich mit 50 Ja- und 1 Gegenstimme genehmigt.