Die Kids sollen Dampf ablassen

KREUZLINGEN. Der «Open Sunday» geht in Kreuzlingen in die vierte Runde. Ab kommendem Sonntag können sich Primarschüler unter Aufsicht wieder nachmittags austoben. Das Bewegungsprojekt zügelt zurück in die Turnhallen des Schulhauses Seetal.

Nicole D'orazio
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Die Viertklässler von Lehrer Daniel Jaag springen und hüpfen in der Turnhalle im Schulhaus Seetal. Sie gehören zur Zielgruppe des «Open Sunday». (Bild: Nicole D'Orazio)

Die Viertklässler von Lehrer Daniel Jaag springen und hüpfen in der Turnhalle im Schulhaus Seetal. Sie gehören zur Zielgruppe des «Open Sunday». (Bild: Nicole D'Orazio)

Turnhalle statt Bürostuhl oder Sofa: Die Kreuzlinger Primarschüler sollen sich auch über den Winter am Sonntag lieber bewegen, als vor dem Fernseher oder dem Computer zu sitzen. Das Bewegungsprojekt «Open Sunday» startet in Kreuzlingen bereits in die vierte Saison. Am kommenden Sonntag geht es los. Bis am 23. März 2014 stehen die Turnhallen des Schulhauses Seetal von 13.30 bis 16.30 Uhr für die Kreuzlinger Primarschüler offen – gratis. Und auch in den Sportferien findet der «Open Sunday» erstmals statt.

«Wir verlegen das Bewegungsprojekt zurück ins Seetal, da die meisten Teilnehmer aus dessen Umgebung kommen», begründet Projektleiterin Linda Bühler. «Viele Seetal-Schüler sind von Beginn weg mit dabei.» Im ersten Winter fand der «Open Sunday» bereits im Seetal statt, ehe zwei Winter lang in den Hallen der Pädagogischen Maturitätsschule (PMS) geturnt wurde. Ein Nachteil sei gewesen, dass die Hallen der PMS für die Primarschüler wie auch deren Eltern fremd waren sowie der Weg dorthin weiter war. «Wir sind froh, können wir zurück.» Nach wie vor seien natürlich alle Kinder aus Kreuzlingen willkommen.

Viele Mädchen mit dabei

Durchschnittlich haben in den letzten drei Wintern 40 Kinder pro Sonntag das Angebot genutzt. «Zu Beginn waren es aber auch mal zwischen 60 und 70. Da war viel los», sagt Linda Bühler. «Das Schöne ist, dass auch viele Mädchen kommen. Da sind wir im schweizweiten Vergleich in den vorderen Rängen.» Für die Buben und Mädchen werden in den zwei Hallen unterschiedliche Sportarten und Aktivitäten angeboten. «Wir schauen, dass wir mal die Kleineren von den Grösseren trennen, oder auch mal nach Geschlechtern», sagt sie. Denn der Unterschied zwischen den Erst- und Sechstklässlern sowie Mädchen und Buben sei teilweise gross.

Die Kinder werden von so genannten Coaches und den Tagesleitern beaufsichtigt. «Die Coaches sind Oberstufenschüler, die mit dieser Aufgabe zeigen können, dass sie Verantwortung übernehmen», sagt Ruedi Wolfender, Leiter Departement Freizeit der Stadt Kreuzlingen. Das sei eine tolle Sache für deren Sozialkompetenz und eine gute Referenz für die Lehrstellensuche. Auch Studenten würden in der Tagesleitung mithelfen. «So lernen alle etwas, das ist natürlich toll», sagt er.

Breit abgestützt

Das Bewegungskonzept kostet inklusive der Hallenmiete in einer Saison rund 10 000 Franken. Diese werden von dem Kanton, der Stadt, der Schule Kreuzlingen sowie dem Sportnetz getragen. Die Schule beteilige sich gerne am «Open Sunday», sagt Michael Zogg, Schulleiter des Seetals. «Es ist ein tolles und wichtiges Projekt. Die Kinder sollen nicht nur in der Daumen-Gymnastik fit sein.» Für das Sportnetz, die Vereinigung der Kreuzlinger Sportvereine, sei es eine gute Möglichkeit, zu neuen Mitgliedern zu kommen, fügt Tamara Bambusch an. Alle hoffen, dass das Angebot von den Kindern gut angenommen wird.

«Der einzige Wermutstropfen ist, dass wir das Projekt überhaupt machen müssen. Eigentlich wäre es die Aufgabe der Eltern, sich mit den Kindern zu bewegen», sagt Wolfender. Es gebe darum Pläne, wie man die Eltern stärker animieren könnte.