Die Kesswiler haben die Wahl

Am Mittwoch stellten sich die Kesswiler Gemeinderatskandidaten und Gemeindeammann Kurt Henauer der Bevölkerung vor und standen Red und Antwort. Viele Wähler nutzten die Gelegenheit, die Bewerber näher kennenzulernen.

Trudi Krieg
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Kandidieren für die Behörde: Kurt Henauer (Gemeindeammann), David Müller, Richard Heinzer, Katja Nobs-Lieberherr, Reto Eilinger und Hans Jörg Länzlinger. (Bild: Trudi Krieg)

Kandidieren für die Behörde: Kurt Henauer (Gemeindeammann), David Müller, Richard Heinzer, Katja Nobs-Lieberherr, Reto Eilinger und Hans Jörg Länzlinger. (Bild: Trudi Krieg)

KESSWIL. Für die vier Sitze im Kesswiler Gemeinderat stellen sich fünf Männer und eine Frau zur Verfügung – fünf der Bewerber kandidieren zum erstenmal. Über hundert Personen wollten sie und ihre politischen Überzeugungen näher kennenlernen bei der öffentlichen Wählerversammlung am Mittwochabend.

Eilinger und Heinzer

Reto Eilinger, Jg. 1964 (bisher), findet, Projekte, die man angefangen habe, soll man zu Ende bringen. Besonders am Herzen liegt ihm die Ortsplanung. Auf eine Publikumsfrage nach der Ressortverteilung im Gemeinderat antwortete er, dass diese nach den Wahlen intern ausgehandelt werde. Er finde es sinnvoll, dass er weiter das Bauwesen unter sich habe. Er habe Erfahrung und mache auf diesem Gebiet eine Weiterbildung.

Richard Heinzer, 1946 (neu), entpuppte sich als humorvoller Redner. Der «Fast-Rentner» bringt Verwaltungs-, Führungs- und Entwicklungserfahrung mit. Seine Auslandaufenthalte und die Tätigkeit als Reiseleiter hätten ihn gelehrt, innovativ zu sein. Ein Teamplayer sei er, sonst hätte er es beruflich nicht so weit gebracht, meinte Heinzer.

Länzlinger und Nobs-Lieberherr

Hans Jörg Länzlinger, 1967 (neu), ein Kesswiler Unternehmer mit sozialem Engagement, schätzt die Offenheit, mit der er und seine Familie in Kesswil aufgenommen wurden nach dem Zuzug 2003. Ein besonderes Anliegen ist ihm das Wohnen im Alter, wobei ihn das jetzt ausgearbeitete Projekt nicht überzeugt: «Viele können sich so teure Wohnungen gar nicht leisten.»

Katja Nobs-Lieberherr, 1973 (neu), ist als «Buremeitli» in Dozwil aufgewachsen und lebt mit ihrer Familie seit 1994 in Kesswil. Sie engagierte sich im Turnverein, der Schulgemeinde, im Mukiturnen und arbeitet zurzeit Teilzeit bei der Spitex. Bei alldem habe sie gelernt, Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Am ehesten liege ihr wohl das Soziale, aber als Familienfrau sei man auch organisatorisch gefordert. Auf keinen Fall wolle sie als Alibifrau in das Männergremium gewählt werden.

Müller und Steiger

David Müller, 1979 (neu), der jüngste Kandidat, kommt aus Zürich. Der Elektrotechniker lebt mit seiner Familie in einem Haus, das er renoviert. Politisch sieht er sich eher rechts, andererseits seien die Sozialleistungen wichtig. Er möchte sich eher themenbezogen positionieren.

Rolf Steiger, 1960 (neu), beantwortete die Fragen wegen Spitalaufenthalt schriftlich. Als Präsident der Elektra möchte er sich für einen vernünftigen Strompreis einsetzen. Im Bereich der Wasser- und Gasversorgung sieht er Synergiepotenziale mit der Elektra. Seine Gesinnung sei eher grünliberal. «Wir leben aber nicht im Ballenberg.»

Henauer: Jeder Tag neue Chance

Zum Schluss befragte Gemeindevereinspräsident Christian Badertscher Gemeindeammann Kurt Henauer zu seinen Erfahrungen in der ersten Amtsperiode und warum er sich zur Wiederwahl stellt. Er habe sich vorgestellt, man könne schneller vorwärtsmachen, sich durchsetzen und etwas entscheiden. Aber vieles sei in der Schublade geblieben. Doch für ihn sei jeder Tag ein neuer Anfang, ein neues Geschäft. Er bekenne sich zur SVP, auch wenn er nicht immer mit allem einverstanden sei. Henauer sieht Chancen in der Zusammenarbeit kleinerer Gemeinden. Aufgaben beispielsweise in der Bauverwaltung oder der Fürsorge könne man gemeinsam angehen.

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