Die Karten werden neu gemischt

KREUZLINGEN. Am 26. April wählen die Kreuzlinger Stimmberechtigten die 40 Mitglieder des Gemeinderats. Grosse Verschiebungen in der Sitzverteilung sind nicht absehbar. Alle Parteien haben starke Köpfe bei den Bisherigen wie bei den Neuen.

Urs Brüschweiler
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Judith Ricklin Gemeinderatskandidatin SVP

Judith Ricklin Gemeinderatskandidatin SVP

«Siegeszug der SVP gebremst» titelte die Thurgauer Zeitung vor vier Jahren am Tag nach den Kreuzlinger Gemeinderatswahlen. Einen ihrer elf Sitze, den von Georg Schulthess, hatte die Partei gerade an die FDP verloren, sie blieb aber die wählerstärkste Kraft in der Stadt. Erklärungsversuche gingen in Richtung der miserablen Stimmbeteiligung von 28,5 Prozent. In zehn Tagen werden die 40 Sitze im Stadtparlament nun neu vergeben.

Rechte müssen Trend stoppen

Die beiden bürgerlichen Grossparteien SVP (bisher 10 Sitze) und FDP (7) stecken beide in einer Formkrise. Die Liberalen stellen seit acht Jahren keinen Stadtrat mehr aus ihren Reihen, die SVP flog diesen Frühling aus der Exekutive und tauchte auch im ersten Wahlgang ums Schulpräsidium. Während die FDP sich in der Stadtpolitik zuletzt erkennbar als Oppositionskraft in Szene setzte, muss die SVP ihre neue Rolle ausserhalb der Stadtregierung erst noch definieren. Und über beiden schwebt die Ungewissheit, wie viel die Kreuzlinger Stimmbürger überhaupt noch für Parteipolitik übrig haben. Immerhin gibt es bei den Gemeinderatswahlen keine parteilose Konkurrenz. Spannend zu beobachten wird sein, wie die EVP (3) sich als neue Stadtratspartei als Juniorpartner in der Fraktionsgemeinschaft mit der FDP verhält.

Schwergewichte kompensieren

SP (8+1 Juso) und CVP (6) schreiten im lauen Wahlkampf selbstbewusst voran und hoffen, dass sie von aufreibenden Diskussionen in anderen Lagern profitieren und mit Themen punkten können. Die SP erhält keine Extra-Stimmen von der Juso-Liste mehr und beide müssen Abgänge von gewichtigen Stimmen-Magneten kompensieren: Christian Lohr und Ernst Zülle bei der CVP, Walo Abegglen und Edith Wohlfender bei der SP.

Die Freie Liste (4) konnte in den letzten Jahren einige brennende Themen besetzen. Möglich, dass sie das in einen Sitzgewinn ummünzen kann. Einzelkämpfer Christian Forster wird wohl auch im neuen Parlament wieder mitreden.

Hanns Wipf Gemeinderatskandidat SP

Hanns Wipf Gemeinderatskandidat SP

Rainer Keller Gemeinderatskandidat FDP

Rainer Keller Gemeinderatskandidat FDP

Martin Beck Gemeinderatskandidat CVP

Martin Beck Gemeinderatskandidat CVP

Werner Fritschi Gemeinderatskandidat FL (Bilder: pd)

Werner Fritschi Gemeinderatskandidat FL (Bilder: pd)

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