Die Information war Chefsache

WUPPENAU. Seit bald 25 Jahren ist Hanspeter Gantenbein in der Wuppenauer Exekutive. In einer Woche legt er das Amt als Gemeindeammann nieder. Er blickt auf eine arbeitsreiche und erfüllte Zeit zurück.

Simon Dudle
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Den Bären im Wappen: Gemeindeammann Hanspeter Gantenbein vor dem Gemeindehaus in Wuppenau. (Bild: Nana do Carmo)

Den Bären im Wappen: Gemeindeammann Hanspeter Gantenbein vor dem Gemeindehaus in Wuppenau. (Bild: Nana do Carmo)

«Ich habe immer noch Freude an der Aufgabe als Gemeindeammann», sagt Hanspeter Gantenbein. Während genau zwei Jahrzehnten war er das Oberhaupt der Gemeinde Wuppenau, zuvor war er fünf Jahre im Gemeinderat. Gantenbein hat dafür gesorgt, dass der Steuerfuss von 90 Prozent, was damals dem Maximum entsprach, auf heute 58 Prozent reduziert werden konnte.

Kommunikation verbessert

Dies ist kantonaler Durchschnitt. Zudem ist aus einem Schuldenberg von rund sieben Millionen Franken ein Guthaben von rund zwei Millionen geworden. Dies, obwohl fast alles abgeschrieben ist. Der grösste «Brocken» ist diesbezüglich das neue Gemeindehaus, das noch mit 300 000 Franken zu Buche schlägt. «Wir haben immer unterschieden, was notwendig und was wünschenswert ist», sagt Gantenbein.

Wenn der Gemeindeammann auf die lange Zeit seines Wirkens in Wuppenau zurückblickt, dann sind es aber nicht hauptsächlich die Zahlen, die ihn befriedigen. Viel wichtiger ist ihm ein aktives Dorfleben und eine rege Kommunikation zwischen Bevölkerung und Behörde. Nicht zufällig steht im Leitbild der Gemeinde dieser Punkt zuoberst. Das hat sich von Anfang an durchgezogen. Als er noch neu im Amt war, lag ihm viel daran, den Informationsfluss zu verbessern. Darum hat er ein Mitteilungsblatt kreiert, das es heute noch gibt – nach wie vor in der Farbe Blau. «Die ersten etwa 120 Ausgaben habe ich damals noch mit der elektrischen Schreibmaschine verfasst», sagt Gantenbein. Noch heute zeichnet er für das monatliche Mitteilungsblatt verantwortlich. «Das ist Chefsache», sagt er.

Stolz auf den Bodenfonds

Besonders stolz ist Gantenbein auf den Bodenfonds, der aus einem Überschuss bei der Hundesteuer und von der Jagdpacht geäufnet wird.

Von diesem Konto wird zum Beispiel das Material bezahlt, wenn ein Dorfbrunnen saniert werden soll, der Barfussweg erneuert wird oder im kleinen Weinanbaugebiet auf dem Nollen neue Rebstöcke nötig sind. Rund 150 000 Franken sind noch in diesem Bodenfonds. Nicht weniger stolz ist Hanspeter Gantenbein auf die Leutnant-René-Moser-Stiftung, dank der jedes Jahr Jugendliche in der Gemeinde finanziell unterstützt werden. Mit 61 Jahren tritt Gantenbein heute in einer Woche seine Pension an – als Gemeindeammann, nicht aber als Kantonsrat, wo er noch eine Legislatur verlängern möchte. «Ich bin doppelt privilegiert. Einerseits konnte ich im Geschäft die operative Führung bereits abgeben, nun auch in der Gemeinde.»

Anspruchsvoller Start

Wenn er auf sein langes Wirken zurückblickt, dann waren aus seiner Sicht jene vier Jahre am intensivsten, als er «nur» Gemeinderat war. «Damals lag einiges brach, man hatte also sofort viel Einfluss. Ich stand ziemlich schnell fünf oder sechs Kommissionen vor», sagt Gantenbein rückblickend.

Nun folgt die Übergabe an den Nachfolger im Gemeindeammannamt, Martin Imboden. Wobei die Übergabe seit geraumer Zeit läuft. Imboden wohnte seit seiner Wahl im März den Gemeinderatssitzungen bei, ohne ein Stimmrecht zu haben.