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Die Implenia bricht das Schulhaus Elisabetha Hess ab

WEINFELDEN. Die schlechte Nachricht: Die Totalunternehmerin Implenia Schweiz AG reisst alle bisher entstandenen Bauten am Schulhaus Elisabetha Hess in Weinfelden ab. Und die gute: Implenia beginnt im Oktober mit dem Wiederaufbau der Gebäude.
Esther Simon
Die Idylle trügt: Auf der Baustelle des Schulhauses Elisabetha Hess im Westen von Weinfelden verschwinden demnächst alle bisher erstellten Bauten. (Bilder: Reto Martin)

Die Idylle trügt: Auf der Baustelle des Schulhauses Elisabetha Hess im Westen von Weinfelden verschwinden demnächst alle bisher erstellten Bauten. (Bilder: Reto Martin)

WEINFELDEN. Die schlechte Nachricht: Die Totalunternehmerin Implenia Schweiz AG reisst alle bisher entstandenen Bauten am Schulhaus Elisabetha Hess in Weinfelden ab. Und die gute: Implenia beginnt im Oktober mit dem Wiederaufbau der Gebäude. Ausschlaggebend für den harten Entscheid des Abbruchs ist das detaillierte Gutachten des Geologen und Statikers Pirmin Mader von der Gysi Leoni Mader AG in Zürich, das der Primarschulbehörde und der Implenia nun vorliegt.

«Wir haben natürlich auch eine Sanierung der Bauten geprüft», sagt der Weinfelder Primarschulpräsident Thomas Wieland, «aber ein Abriss ist die sauberste Lösung. Wir wollen der Öffentlichkeit kein Flickwerk präsentieren.»

Baustop seit dem 9. März

Im Februar/März hatte sich der Neubau des Schulhauses um bis zu drei Zentimeter verschoben, eine Aussentreppe sogar um bis zu acht Zentimeter. Daraufhin verfügte die Implenia am 9. März einen totalen Baustop (die Thurgauer Zeitung berichtete). Mit dem Vorliegen des Gutachtens von Pirmin Mader ist nun klar, weshalb es zu diesen Verschiebungen und Rissbildungen gekommen ist, die dank permanenter Kontrollen entdeckt worden waren. Auslöser für die horizontalen und vertikalen Bauwerksverschiebungen waren die Aufschüttung auf dem Pausenplatz und die über 260 Pfähle, die in den Boden gerammt worden waren. Es entstand eine sogenannte Bodenverflüssigung.

«Ein Phänomen»

Diese Bodenverflüssigung hat allerdings wenig mit Wasser zu tun – wie der Baukommissionspräsident, der Weinfelder Architekt, Walter Hui, erklärt –, sondern mit Kräften, die im Erdreich zu wirken beginnen. Bei dieser Bodenverflüssigung handle es sich um ein Phänomen, das äusserst selten vorkomme, sagt Jens Vollmar, General Manager Building von Implenia. Nach heutigen Erkenntnissen seien die vom unabhängigen Gutachter festgestellten geologischen Bedingungen aber weder für die Bauherrschaft noch für die Totalunternehmerin Implenia vorhersehbar gewesen.

Verzögerung von einem Jahr

Durch die Erdbewegungen seien «die Tragfähigkeit der Pfähle nicht mehr erfüllt und die Erdbebensicherheit nicht mehr gewährleistet gewesen», sagt Albert Knaus, Leiter Region Local Zürich/Ost von der Implenia Schweiz AG.

Durch den Rückbau ergebe sich eine Verzögerung von ungefähr einem Jahr. Knaus: «Die Implenia steht ein für den Rück- und Wiederaufbau.» Jens Vollmar betont, dass der Rückbau und Wiederaufbau mit der Bauherrschaft – der Primarschulgemeinde Weinfelden – abgestimmt worden sei. «Wir haben in beidseitigem Einvernehmen die optimale Vorgehensweise gewählt. Wir wollen jetzt keine rechtlichen Auseinandersetzungen darüber, wer allenfalls was falsch gemacht hat in der Vergangenheit: Implenia hat die Verantwortung übernommen, und wir lösen das Problem.»

«Die Kosten für den Rückbau und den Neubau des Werks werden von Implenia getragen», teilt Reto Aregger, Communications Manager der Implenia, mit. Sogenannte Ohnehinkosten sowie Mehrleistungen infolge von Bestellungsänderungen übernehme die Bauherrschaft.

Baubeginn im Oktober

Die Implenia wolle nun so rasch wie möglich mit dem Rückbau und dann voraussichtlich im Oktober mit den Neubauten beginnen, sagt Wolfgang Bosshart, Leiter Geschäftsstelle Local Frauenfeld der Implenia Schweiz AG.

Das Tragwerkskonzept, die statischen Berechnungen und Bemessungen der Bauteile sowie die Fundation müssen nun neu erarbeitet werden.

Das Schulhaus Elisabetha Hess von der Egelseestrasse aus gesehen: Diese Gebäudeteile müssen weg. (Bild: Reto Martin (Reto Martin))

Das Schulhaus Elisabetha Hess von der Egelseestrasse aus gesehen: Diese Gebäudeteile müssen weg. (Bild: Reto Martin (Reto Martin))

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