Die Hippies sind zurück

Weinfelden. 1968 gab's in der Welt nicht viel zu feiern. In Prag marschierten die Russen ein, Europa stand kopf wegen der studentischen Unruhen, und in Biafra verhungerten die Kinder zu Hunderttausenden.

Esther Simon
Drucken
Teilen
Schulleiter Andreas Schweizer (v.l.), Elizabeth Senn und Christoph Hartmann vom OK 40 Jahre Jugendmusikschule präsentieren das Programm.

Schulleiter Andreas Schweizer (v.l.), Elizabeth Senn und Christoph Hartmann vom OK 40 Jahre Jugendmusikschule präsentieren das Programm.

Weinfelden. 1968 gab's in der Welt nicht viel zu feiern. In Prag marschierten die Russen ein, Europa stand kopf wegen der studentischen Unruhen, und in Biafra verhungerten die Kinder zu Hunderttausenden. Im beschaulicheren Weinfelden jedoch brachte das Initiativkomitee das Geld für ein ehrgeiziges Projekt, das Kongresszentrum Thurgauerhof, zusammen, und im Dorf fand das 59. Kantonalschützenfest statt. Vor allem aber wurde am 11. Dezember 1968 die Jugendmusikschule (JMS) gegründet.

Elf Veranstaltungen

40 Jahre danach begeht das heutige Zentrum für Musik und Tanz dieses Jubiläum mit elf öffentlichen Veranstaltungen, die am 2. November, 40 Tage vor dem Jubiläumsakt am 11. Dezember, beginnen. Die Anlässe sind der Erinnerung an die Jahre 1968 und 1969 (Woodstock) gewidmet. Lehrer und Schüler des Zentrums für Musik und Tanz laden zu kurzen Konzerten mit populärer und klassischer Musik ein, die Musikfilme «Beat Box 68» und «Woodstock» werden gezeigt. DJ Harddisc alias Musiklehrer Christoph Hartmann legt an einer Oldies-Night Platten auf, in Zusammenarbeit mit der Regionalbibliothek veranstalten Otto Kurath und Christoph Hartmann eine musikalische Lesung zu 1968, und auch ein Tanzforum 1968 fehlt nicht. Die Veranstaltungen finden zur Hauptsache im Zentrum für Musik und Tanz an der Ringstrasse 4 statt, aber auch im «Trauben», im «Frohsinn» und im «La Stazione».

Dank Subventionen überlebt

Die JMS Weinfelden mit heute 900 Schülern war auf Initiative von Ernst Klarer als erste Institution dieser Art im Kanton Thurgau gegründet worden, wie Schulleiter Andreas Schweizer betont. Die Ernst-Klarer-Stiftung übernahm die Kosten der Gründung und zu Beginn auch jene der Administration, schaffte Instrumente an und förderte überdies begabte Schüler, wie Anne-Käthi Gasser im Bericht zum 25jährigen Bestehen der JMS schrieb. Von Anfang an hatte die JMS ein breites Fächerangebot. Neben den üblichen Instrumenten wie Klavier, Violine oder Flöte wurden auch Sologesang, Jazz-Unterricht und Oboe angeboten. Als eine der ersten Musikschulen in der Schweiz überhaupt führte die JMS Kurse in musikalischer Früherziehung durch. Der Bestand der Weinfelder Schule war aber erst gesichert, als die Subventionen regelmässig flossen.

Aktuelle Nachrichten