Die Harfe ist Julia Kreyenbühls Leidenschaft

AMRISWIL. An ihrem 7. Geburtstag durfte Julia Kreyenbühl-Gschwend ihre erste Harfenstunde besuchen. Heute unterrichtet sie selbst Harfenschüler.

Maya Mussilier
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Julia Kreyenbühl spielt viel Klassik, hört auch gerne andere Musik. Nur Guggenmusik sagt ihr gar nicht zu.

Julia Kreyenbühl spielt viel Klassik, hört auch gerne andere Musik. Nur Guggenmusik sagt ihr gar nicht zu.

Julia Kreyenbühl setzt sich auf den Stuhl, kippt die grosse Konzertharfe etwas nach hinten und lehnt sie an ihrer Schulter an. Kaum hat sie die Finger an den Saiten, bewegen sich diese scheinbar mühelos und schnell. Das Volumen, das vom Instrument ausgeht, überrascht den Zuhörer. Schnell muss das Bild vom Engel auf seiner Wolke und dem zarten Klang der Harfe revidiert werden. «Die Harfe hat in etwa das gleiche Volumen wie ein Klavier», sagt Julia Kreyenbühl und lacht. Ja, in einer Blockwohnung sei es deshalb gar nicht so einfach, mit dem Instrument zu üben. Sie sei deshalb schon froh, in einem Einfamilienhaus zu wohnen und dieses Problem nicht zu haben.

Musik in die Wiege gelegt

Die Freude an der Musik wurde Julia Kreyenbühl buchstäblich in die Wiege gelegt. Der Vater ein leidenschaftlicher Cellist, die Mutter sehr musikalisch, wurde im Familienkreis oft musiziert. «Lange musste ich mit der Rassel spielen, und dann wollte ich endlich ein richtiges Instrument lernen», erzählt die 28jährige Amriswilerin.

Die beiden älteren Geschwister spielten Geige und Cello, deshalb sollte es ein anderes Instrument sein. «Ich träumte vom Englischhorn, war dazu aber definitiv noch zu klein.» Als Julia Kreyenbühl schliesslich in einem Konzert zum ersten Mal den Klang der Harfe hörte, war für sie klar, welches Instrument sie lernen wollte.

Mit keltischer Harfe begonnen

Als das Mädchen mit den Harfenstunden begann, gab es in den Musikschulen noch selten zur Verfügung stehende Instrumente. So musste sie sich mit der etwas handlicheren und leichteren keltischen Harfe begnügen. «Eine Konzertharfe hat schon ihre 40 Kilo und ist von der Grösse her nicht ganz einfach zu transportieren», sagt Julia Kreyenbühl. Sie finde es deshalb ganz toll, dass heute in den meisten grösseren Musikschulen Instrumente zur Verfügung stünden. So auch bei der Jugendmusikschule Amriswil (Jmsa), wo sie selbst unterrichtet.

Musik kennt keine Altersgrenze

Zu den Schülern von Julia Kreyenbühl gehören mehrheitlich Mädchen, seltener Buben. Dafür ist nach oben keine Altersgrenze gesetzt. Ihre älteste Schülerin sei 70 Jahre alt und habe erst vor einem Jahr mit dem Unterricht begonnen. «Musik kennt in diesem Sinne keine Grenzen», betont die Musiklehrerin.

Die Musik ist für Julia Kreyenbühl nicht nur Beruf, sondern auch Begleiter im Alltag. «Schön, dass auch mein Mann Philipp Musiker ist.» Als Duo treten sie in Konzertsälen und Kirchen auf. Wenn auch die Harfenliteratur vor allem in der Klassik zu Hause ist, so hört Julia Kreyenbühl auch gerne andere Musikstile. «Je nach Laune», sagt sie. Was sie aber absolut nicht mag, ist Guggenmusik. «Zu laut, zu schräg», findet sie. «Ich bin sowieso überhaupt keine Fasnächtlerin.»