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«Die Hände gebunden»

In Ermatingen baut Uwe Holy für seinen Sohn ein Haus am See. Dafür musste eine fast 100 Jahre alte, gesunde Eiche gefällt werden. Es hat ihm leid getan.
Urs Brüschweiler
Mit Bleistift wurden auf dem Baumstamm die Jahrringe eingezeichnet. Das Resultat: Die Eiche war 98 Jahre alt. (Bild: Nana do Carmo)

Mit Bleistift wurden auf dem Baumstamm die Jahrringe eingezeichnet. Das Resultat: Die Eiche war 98 Jahre alt. (Bild: Nana do Carmo)

Ermatingen. «Ich weiss, für die Ermatinger sieht das nicht gut aus», sagt Uwe Holy, Eigentümer und VR-Präsident der Kreuzlinger Strellson AG, der seit 2005 in Ermatingen wohnt. Auf seinem Grundstück an der Westerfeldstrasse 2 – direkt am Untersee – möchte der Unternehmer ein Wohnhaus bauen. Und zwar für seinen Sohn, welcher ebenfalls nach Ermatingen ziehen wolle. Das Baugesuch lag im vergangenen Herbst öffentlich auf.

Laut Auskunft der Gemeinde habe es keine Einsprachen gegeben und alle Vorschriften seien eingehalten worden. Deshalb sei die Baubewilligung nun rechtskräftig.

«Sehr umweltbewusst»

Das Problem: Auf dem Grundstück stand unter anderem eine alte Eiche, beinahe hundert Jahre alt und noch kerngesund. Der mächtige Baum musste vor zwei Wochen weichen. Jetzt liegt nur noch der Stamm da. «Ich bin sehr umweltbewusst, das hat mir sehr leid getan», erklärt Holy. Aber es sei ihm nichts anderes übriggeblieben.

Man habe versucht, das Haus so bauen, dass die Eiche stehen bleiben könne, aber nach dem Baurecht sei das nicht möglich gewesen.

Fast das Herz zerrissen

Gemeindeammann Martin Stuber pflichtet Holy bei: «Es hat sicher niemanden gegeben, der das so wollte.» Dem Förster, der den Baum fällen musste, habe es fast das Herz zerrissen. Doch seien der Gemeinde die Hände gebunden gewesen.

Der östliche Teil des Grundstücks befinde sich nicht in der Bauzone, sondern in der Freihaltezone und deshalb habe das Haus nicht dorthin verschoben werden können. Ausserdem sei der Baum nicht unter Schutz gestanden. Und zu versuchen, die Eiche extra dafür unter Natur- und Heimatschutz zu stellen, wäre eine «Zurechtbiegung des Gesetzes gewesen», so Stuber.

Man sei miteinander im Gespräch gestanden, habe aber leider keine gangbare Lösung gefunden, um den Fortbestand der Eiche zu sichern.

1500 Bäume als Ersatz

Für Uwe Holy, der sich in Ermatingen sehr wohl fühlt und der hier eine neue Heimat gefunden hat, ist es ein Baurechtsproblem. «Ich finde, es müsste möglich sein, in solchen Fällen eine Ausnahme zu machen.» Auf jeden Fall hat der Modeunternehmer einiges an Ersatzpflanzungen veranlasst.

Auf dem Ulmberg, seinem Wohnsitz ob Ermatingen, habe er 1500 Hochstammbäume pflanzen lassen und es gebe nur Naturhecken um das Gelände. Auch in der unmittelbaren Nachbarschaft der gefällten Eiche wurde er aktiv. Bei der Villa Sauter, welche Holy gekauft hat und gemeinsam mit dem Denkmalschutz renoviert, wurden eine alte Kastanie geschützt und weitere Bäume gepflanzt.

Strellson-VR-Präsident Uwe Holy (Bild: zVg)

Strellson-VR-Präsident Uwe Holy (Bild: zVg)

Die Eiche (l.) im Herbst 2009. (Bild: zVg)

Die Eiche (l.) im Herbst 2009. (Bild: zVg)

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