Die grosse Bühne ist in Sicht

ARBON. Ein grosser Auftritt steht den jungen Musikanten der Jugendmusik Arbon bevor: Sie spielen als Vorgruppe am Lilibiggs-Kinder-Festival in Arbon.

Barbara Hettich
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Adrian Popp spielt am Schlagzeug. Im Hintergrund steht der Dirigent Thomas Gmünder. (Bild: Barbara Hettich)

Adrian Popp spielt am Schlagzeug. Im Hintergrund steht der Dirigent Thomas Gmünder. (Bild: Barbara Hettich)

Die Begeisterung für die Musik ist den zwölf Jugendlichen ins Gesicht geschrieben, mit ihrem Dirigenten Thomas Gmünder üben sie in der Musikschule die Stücke, die sie an ihren nächsten Auftritten zum Besten geben werden.

Im fliegenden Wechsel bearbeiten drei Percussionisten Xylophon, Schlagzeug und bringen weitere Rhythmusinstrumente zum Einsatz. «Ich kann auch noch E-Piano spielen», sagt Adrian Popp, während er seine Schläger auf der Trommel wirbeln lässt. Cédric Eigenmann sitzt für diesmal am E-Piano und sorgt für die Bassbegleitung. «Ich fühle mich hier einfach sehr wohl», erzählt er, warum ihm das gemeinsame Musizieren so viel Spass macht. Gefühl zeigen ist gefragt, gemeinsam und in Solis lassen die Bläser ihre Instrumente erklingen.

Ob Hackbrett oder Akkordeon, der Dirigent versteht es, selbst solche Instrumente in «seine» Jugendmusik zu integrieren. «Ich schreibe die Stücke jeweils auf unsere Besetzung um», sagt Thomas Gmünder und lobt seine Schützlinge, wenn es so tönt, wie er sich das vorgestellt hat.

Ein besonderer Auftritt

Die Jugendmusik Arbon ist das eigentliche Vorstufenkorps der Stadtmusik Arbon und mittlerweile sehr gefragt. Die Jugendlichen spielen an Platzkonzerten, in Gottesdiensten, an privaten Anlässen, am Weihnachtsmarkt oder an Unterhaltungsanlässen der Stadtmusik. Im September steht nun erstmals ein Auftritt auf einer ganz grossen Bühne bevor.

Am Lilibiggs-Kinder-Festival werden sie vor einem grossen Publikum spielen. «Dafür werden wir uns ein besonderes Programm mit toller Choreographie einfallen lassen», verspricht Gmünder. Die Vorfreude auf diesen Anlass ist gross.

Ohne Bewerbung

Normalerweise muss man sich als Vorgruppe für ein Lilibiggs-Kinder-Festival bewerben, nicht die Jugendmusik Arbon – dafür hat sich Kaspar Hug, Präsident des Weihnachtsmarktes Arbon eingesetzt. «Dies ist der Lohn für die jahrelange Aufbauarbeit», ist Thomas Gmünder dankbar. Vor zehn Jahren hat die Stadtmusik Arbon beschlossen, sich selbst um ihren Nachwuchs zu kümmern.

Die Musikschule Arbon-Horn wurde gegründet, in der mittlerweile 17 Lehrkräfte 130 Schüler unterrichten. Thomas Gmünder ist Dirigent der Stadtmusik Arbon und zugleich auch Schulleiter der Musikschule. «Im Unterschied zu anderen Musikschulen kennen unsere Lehrkräfte die Blasmusikszene» erzählt er.

Ein Stück Kulturgeschichte

Ein baldiges Zusammenspiel werde gefördert, so dass der Schüler – es werden Kinder wie auch Erwachsene unterrichtet – ein Leben lang von den Vorzügen des gemeinsamen Musizierens profitieren könne. «Unser Ziel ist es, den Musikvereinen und Chören zuzuarbeiten, es darf nicht sein, dass die Vereine aussterben und damit ein Stück Schweizer Kulturgeschichte in Vergessenheit gerät», sagt Thomas Gmünder. «Wir haben unsere musikalischen Wurzeln nicht in italienischen Opern und Symphonien.»