Die Grenzen steckt der Tisch

BISCHOFSZELL. Der Bischofszeller Computerfachmann Roland Geiger organisiert eine Tischmesse. Er erklärt die ungewöhnliche Art, in Kontakt zu kommen, vor allem mit dem überschaubaren Aufwand und tragbaren Kosten.

Rita Kohn
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Roland Geiger hat die Bischofszeller Tischmesse initiiert. (Bild: Rita Kohn)

Roland Geiger hat die Bischofszeller Tischmesse initiiert. (Bild: Rita Kohn)

Herr Geiger, Sie laden zur Tischmesse ein. Was muss man sich darunter vorstellen?

Roland Geiger: Normalerweise ist eine Tischmesse eine Veranstaltung «Business to Business». Das heisst, dass Geschäftsleute anderen Geschäftsleuten ihre Produkte vorstellen. Unsere Tischmesse richtet sich aber an ein privates Publikum.

Was hat es denn mit dem Wort «Tisch» auf sich?

Geiger: Jeder Aussteller hat einen Tisch zur Verfügung, auf dem er sein Angebot präsentieren kann. Ziel einer Tischmesse ist es vor allem, in Kontakt mit Interessenten zu kommen.

In dieser Region haben Tischmessen keine Tradition. Wie sind Sie gerade auf diese Form gekommen?

Geiger: Ich habe nach einer Möglichkeit gesucht, mich und meine Firma Computerfritz vorzustellen. An sich hatte ich mich vor über fünf Jahren zur damals geplanten Weihnachtsausstellung angemeldet, um genau das zu erreichen. Dann fand die Ausstellung aber nicht statt – und seither gab es in Bischofszell keine Weihnachtsausstellung mehr. Also habe ich mir überlegt, welcher Weg mir offen steht.

Eine Messe ist nur dann attraktiv, wenn sie möglichst vielfältig ist. Wird Ihre Tischmesse dies sein?

Geiger: Ja, unbedingt. Wir haben das erste Mal gut fünfzig Teilnehmer, die ihre Angebote an der Messe vorstellen. Das sind viel mehr als in den letzten Jahren. Ausserdem gibt es eine Warteliste von Interessenten.

Wieso Warteliste? Könnten Sie nicht einfach die Messe erweitern?

Geiger: Mehr als rund fünfzig Aussteller haben leider nicht Platz. Deshalb können wir nicht alle berücksichtigen.

Weshalb ist die Tischmesse denn so beliebt bei den Ausstellern?

Geiger: Das hat sicher damit zu tun, dass sie verhältnismässig günstig ist. Ein Tisch kostet 150 Franken. Das kann sich auch ein Betrieb leisten, der bei einer grossen Ausstellung wegen der Kosten abwinken muss. Ausserdem findet unsere Tischmesse nur einen einzigen Tag statt, das bindet nicht so viel Kapazität von den Ausstellern. Gerade kleinen Betrieben kommt das entgegen.

Welche Branchen werden denn vertreten sein?

Geiger: Zum Glück ganz verschiedene. Wir haben einen breiten Mix aus allen möglichen Sparten: vom Handwerker bis zur Bank. Dann sind aber auch Gemeinden und Organisationen wie der Samariterverein oder die Junge Feuerwehr vor Ort.

Steht hinter der Bischofszeller Tischmesse ein Organisationskomitee?

Geiger: Nein, ich mache das alleine. Inzwischen kann ich dabei zum Glück auf die Erfahrung mit den früheren Messen zurückgreifen. Da weiss man dann schon, was man wann machen muss.

Wie viel Zeit investieren Sie in die Vorbereitungen?

Geiger: Wenn ich alles zusammenzähle, sind es bestimmt an die vier Arbeitstage. Deshalb habe ich auch den Gedanken, noch an anderen Orten eine Tischmesse durchzuführen, fallenlassen. Denn in erster Linie bin ich ja Geschäftsmann und muss meine Kapazitäten dafür einsetzen. Aber ich bin überzeugt, dass das Konzept auch in anderen Orten Erfolg haben könnte. Es lässt sich verhältnismässig einfach umsetzen.

Sind Sie mit Ihrer Messe eine Konkurrenz zum Gewerbeverein und beispielsweise zu einer Weihnachtsausstellung?

Geiger: Nein, das glaube ich nicht. Der Gewerbeverein unterstützt die Tischmesse ja auch auf eine ganz besondere Art: Er richtet jedem seiner Mitglieder, die an der Messe teilnehmen, einen Beitrag von 50 Franken aus.

Werden an der Tischmesse nur Gespräche geführt, oder gibt es auch einen Verkauf?

Geiger: Das kann jeder so halten, wie er will. Aber die meisten Firmen haben auch Kleinigkeiten dabei, die sie vor Ort verkaufen. Die Grenzen dazu setzt ja vor allem die Grösse des Tisches. Mehr Platz steht halt einfach nicht zur Verfügung.