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Die Frage bleibt ein heisses Eisen

Soll das Projekt Volksschulgemeinde Sulgen weiterverfolgt werden? Zwei Wochen, bevor die Primarschulgemeinden Sulgen und Götighofen darüber abstimmen, lud die Interpartei Sulgen zu einer Podiumsdiskussion ein.
Hannelore Bruderer
Im kleinen Auholzsaal stellt Moderator Andreas Notter (rechts) Fragen und Ernst Baumann (Präsident Primarschule Schönenberg-Kradolf), Peter Welti Cavegn (Präsident Sekundarschule Sulgen), Martin Schläpfer (kantonales Amt für Volksschule und Kindergarten), Ernst Ritzi (Präsident Primarschule Sulgen) und Thomas Müller (Präsident Primarschule Götighofen) antworten. (Bild: Hannelore Bruderer)

Im kleinen Auholzsaal stellt Moderator Andreas Notter (rechts) Fragen und Ernst Baumann (Präsident Primarschule Schönenberg-Kradolf), Peter Welti Cavegn (Präsident Sekundarschule Sulgen), Martin Schläpfer (kantonales Amt für Volksschule und Kindergarten), Ernst Ritzi (Präsident Primarschule Sulgen) und Thomas Müller (Präsident Primarschule Götighofen) antworten. (Bild: Hannelore Bruderer)

SULGEN. Mit rund 40 Personen, unter ihnen mehrere Mitglieder von Schulbehörden, war das Podium am Mittwochabend im Kleinen Auholzsaal mässig besucht. Während die Behörden der Sulger Sekundarschule Befang und der Primarschule Schönenberg-Kradolf die Bildung einer Volksschulgemeinde (VSG) vertieft prüfen wollen, lehnen die Behörden der Primarschulen Sulgen und Götighofen einen solchen Schritt ab.

Angst vor Nachteilen

Moderator Andreas Notter wollte von den vier Schulpräsidenten wissen, welche Gründe zu ihren jeweiligen Entscheiden geführt haben. Thomas Müller, Präsident der Primarschule Götighofen, erklärte: «Für unsere Schule haben wir nur Nachteile gesehen.» In Götighofen bestünden Ängste, dass der Schulstandort in einer VSG nicht gesichert wäre. Aus diesem Grund sei es klar gewesen, die Idee bereits jetzt abzulehnen und dafür nicht noch mehr Geld auszugeben.

«Wir haben keinen dringenden Handlungsbedarf gesehen», begründete Ernst Ritzi, Präsident der Primarschule Sulgen, den Entscheid seiner Behörde. Wo nötig, arbeite man in einzelnen Bereichen bereits jetzt mit anderen Schulgemeinden gut zusammen, und das wolle man auch weiterhin so handhaben.

Fundierte Grundlagen nötig

Ernst Baumann, Präsident der Primarschule Schönenberg-Kradolf, wies darauf hin, dass diese Zusammenarbeit auch viele Ressourcen und Kosten binden würde und eine grössere Einheit vieles vereinfachen könnte. «Unsere Behörde ist für die Weiterführung des Projekts, weil wir eine Volksschulgemeinde in erster Linie als Chance für die zukünftige Entwicklung sehen», sagte er.

Peter Welti Cavegn, Präsident der Sekundarschule Befang, wies mehrmals darauf hin, dass in zwei Wochen in den Primarschulgemeinden Sulgen und Götighofen nicht über die Gründung einer VSG abgestimmt werde, sondern lediglich darüber, ob eine Projektgruppe die Schaffung einer solchen weiter prüfen solle. Er sagte: «Ich finde, das Thema Volksschulgemeinde soll von einer Projektgruppe weiter vertieft werden, so dass die Stimmbürger sich auf fundierte Grundlagen stützen können, bevor sie im März 2017 über die Einführung einer Volksschulgemeinde entscheiden können.»

Die Frage, ob eine VSG kostengünstiger wäre, wurde gleich mehrmals gestellt. Martin Schläpfer vom kantonalen Amt für Volksschule und Kindergarten konnte diese Frage nicht abschliessend beantworten. «Bei der Verwaltung, der Infrastruktur und den Versicherungen kann sicher eingespart werden. Betrachtet man die Kosten pro Schüler, so zeichnet sich keine eindeutige Richtung ab.»

Alle Präsidenten, mit Ausnahme von Ernst Baumann, verneinten die Frage, ob sie Mühe hätten, geeignete Kandidaten für die Behördentätigkeit zu finden. Baumann wies darauf hin, dass die Behördenarbeit immer komplexer werde. «In Zukunft ist diese Arbeit immer weniger im Nebenamt zu bewältigen», stellte er fest. Er glaube zwar auch, dass die Arbeit immer komplexer werde, das Nebenamt werde trotzdem nicht verschwinden, entgegnete Martin Schläpfer. «Genauso wenig wie die kleineren Schulstandorte, betrachtet man die Struktur im Thurgau.» Genau diesen Punkt stellte Thomas Müller jedoch in Frage.

Projektarbeit beginnt erst

Ernst Ritzi befürchtet den Verlust von Vielfalt und Selbstbestimmung. Dieser Handlungsraum sei auch jetzt schon gering, warf Ernst Baumann ein. «Ich schätze, dass im Schulwesen sowieso über 80 Prozent vom Kanton vorbestimmt sind.»

Da erst der Bericht der vorberatenden Arbeitsgruppe vorliegt und mit der eigentlichen Projektarbeit noch nicht begonnen worden ist, konnten viele Fragen – etwa zu Organisationsformen und pädagogischen Strategien – von den Podiumsteilnehmern noch nicht beantwortet werden.

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