Die Feuerwehr weckt viele Emotionen

Sicher waren sich die Mitglieder der Feuerwehr im Vorfeld der Abstimmungen nicht: Die Opposition gegen die Höhe des beantragten Kredits hat sie in eine Art Verteidigungsposition gedrängt.

Rita Kohn
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Sicher waren sich die Mitglieder der Feuerwehr im Vorfeld der Abstimmungen nicht: Die Opposition gegen die Höhe des beantragten Kredits hat sie in eine Art Verteidigungsposition gedrängt. Die Bedenken, das Projekt könnte den Stimmberechtigten zu teuer sein, waren unnötig, wie das klare Abstimmungsergebnis gezeigt hat.

Erst kürzlich wollten die Stimmberechtigten von einem ähnlich stolzen Kreditbegehren nichts wissen und haben dem Bau einer neuen Sporthalle eine deutliche Abfuhr erteilt. Allerdings sind die Voraussetzungen ganz anders. Denn die Feuerwehr weckt nach wie vor Emotionen. Jeder könnte mal auf die Hilfe der Feuerwehr angewiesen sein. Es sind Frauen und Männer aus den Reihen der Bevölkerung, die ihre Zeit dafür einsetzen, für andere im Katastrophenfall da zu sein. Sie sollen dafür die bestmöglichen Voraussetzungen haben.

Mit dem Ja zum Feuerwehrzentrum haben sich die Amriswilerinnen und Amriswiler also auch indirekt selber beschenkt: Mit dem Gefühl von ein wenig mehr Sicherheit. Da spielt auch der Kostenfaktor nur eine untergeordnete Rolle.

Mit ihrem Ja haben die Stimmberechtigten aber noch ein anderes Signal gesetzt. Nach der Ablehnung der Sporthalle ist der Spott nicht ausgeblieben. Wer die Entwicklung von Amriswil mit Neid verfolgte, konnte kaum verbergen, dass die vermeintliche Abkehr des Stimmvolks von einer zukunftsorientierten Entwicklung Schadenfreude auslöste. Diesen Sonntag nun hat die Bevölkerung von Amriswil deutlich gezeigt, dass sie weiterhin an eine Entwicklung glaubt und sich diese auch etwas kosten lässt. Wenn sie denn vom Nutzen überzeugt ist.

rita.kohn@thurgauerzeitung.ch