Die FDP hat sich verkalkuliert

Die Freisinnigen im Bezirk Arbon haben sich bei den Kantonsratswahlen gegen eine Listenverbindung mit der SVP ausgesprochen. Der Entscheid zum Alleingang war falsch, wie sich jetzt zeigt: Die strategische Allianz hätte der FDP einen zusätzlichen Sitz gebracht.

Markus Schoch
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Der Amriswiler Dean Kradolfer könnte in der neuen Legislaturperiode im Grossen Rat sitzen, wenn die Parteispitze der FDP das Angebot der SVP zu einer Listenverbindung im Bezirk Arbon nicht ausgeschlagen hätte. Denn bei einem Schulterschluss hätten die Freisinnigen einen fünften Sitz geholt. Und zwar auf Kosten der CVP.

Konkret hätte es den Arboner Dominik Diezi getroffen, der von Listenplatz 17 den Sprung ins Kantonsparlament geschafft hat. Der Bezirksgerichtspräsident profitiert davon, dass die FDP im Bezirk Arbon als einzige Bezirkspartei die Empfehlung der kantonalen Parteileitung zum Schulterschluss mit der SVP in den Wind geschlagen hat.

Schon vor vier Jahren waren FDP und SVP bei der Wahl in den Grossen Rat getrennte Wege gegangen. Eine strategische Allianz hätte damals der SVP einen zusätzlichen Sitz gebracht.

«Es ist dumm gelaufen», sagt FDP-Bezirksparteipräsident Viktor Gschwend. Im nachhinein sei man immer schlauer. «Aber klar: Es tut natürlich weh.»

Zumal seine Partei deutlich mehr Stimmen geholt habe als vor vier Jahren. «Daran müssen wir uns jetzt festhalten und uns über die Sympathien freuen, die wir in der Bevölkerung gewonnen haben.»

Die SVP habe der FDP den roten Teppich ausgelegt, sagt SVP-Bezirksparteipräsident Urs Martin. Sie habe aber dankend abgelehnt. «Wir können die FDP natürlich nicht zu ihrem Glück zwingen, bedauern aber, dass es so gekommen ist.»

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