Die Faszination ist ungebrochen

Der Jugendstil ist das Thema der eben eröffneten Sonderausstellung im Historischen Museum Bischofszell. Ein besonderes Augenmerk gilt den vielfältigen Spuren, die diese Kunstrichtung in der Stadt hinterlassen hat.

Claudia Gerrits
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Die Vernissage der Sonderausstellung zum Thema «Jugendstil» lockt viele Besucher ins Historische Museum Bischofszell. (Bild: Claudia Gerrits)

Die Vernissage der Sonderausstellung zum Thema «Jugendstil» lockt viele Besucher ins Historische Museum Bischofszell. (Bild: Claudia Gerrits)

BISCHOFSZELL. Bei der Kurzführung oder beim Rundgang auf eigene Faust bekamen die zahlreichen Besucher der Vernissage am Sonntag einen spannenden Einblick in die Sonderausstellung «Um 1905: Jugendstil in Bischofszell». Auf Bewunderung stiessen nicht nur die Jugendstil-Objekte in Glas und Metall; besondere Neugier weckten die Exponate und Fotos, die dem Jugendstil oder seinen Spuren in der Stadt folgen. In diesem Ausstellungsteil nehmen der 1905 entstandene Jugendstil-Raum im 1. Obergeschoss, seine Geschichte und damit die Familie Laager einen speziellen Platz ein.

Reaktion auf Massenware

An der Vernissage, die Eva-Maria Profunser mit Harfenmusik aus der Zeit des Jugendstils umrahmte, zeigte Kuratorin Alexandra M. Rückert den geschichtlichen Hintergrund dieser Kunstrichtung auf. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts begann in Grossbritannien die Suche nach einer neuen Formensprache, als Bewegung gegen industriell hergestellte Massenware und in Abwendung vom Historismus. Ab 1890 entstanden dann auch auf dem Kontinent Häuser, Möbel, Schmuck und Bücher im neuen Stil. Die Münchner Zeitschrift «Jugend» gab diesem im deutschsprachigen Raum den Namen Jugendstil.

Fundorte auf Plan markiert

In der Schweiz erlebte der Jugendstil zwischen 1890 und 1914 seine Blüte, vor allem in den wachsenden Städten und in Tourismusregionen. In Bischofszell zwar weniger ausgeprägt, finden sich dennoch Zeugnisse des Jugendstils. Neben verschiedenen Jugendstil-Objekten aus der Region dokumentiert dies eine Reihe von Fotos von Jugendstil-Elementen vom Gartentor bis zu Oberlichtfenstern, die Alexandra Rückert in Bischofszell aufgespürt hat. Die Fundorte sind auf einem Stadtplan mit Punkten markiert. Die Kuratorin hofft, dass bis am Ende der Ausstellung dank Hinweisen aus der Bevölkerung noch viel mehr Punkte auf dem Plan eingezeichnet werden können.

Anlässe und Führungen

Jugendstil-Exponate aus ganz Europa ergänzen den regionalen Teil der Ausstellung. Ein weiterer Teil zeigt die Wiederentdeckung des Jugendstils auf, denn noch bis vor gut 40 Jahren galt dieser als Geschmacksverirrung des 19. Jahrhunderts. Während der Dauer der Ausstellung finden verschiedene Veranstaltungen und Führungen statt, ersichtlich im Flyer und auf der Homepage www.museum-bischofszell.ch.

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