Die fairsten Kickerinnen im Land

WEINFELDEN. Die Frauen des FC Weinfelden-Bürglen haben in der letzten Saison am kameradschaftlichsten Fussball gespielt. Dafür überreichte ihnen Frauen-Nationaltrainerin Martina Voss-Tecklenburg in Bern die Fairplay-Trophy.

Anna Hug
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Sportliches Verhalten: In den beiden Frauenteams des FC Weinfelden-Bürglen spielen die fairsten Spielerinnen der Schweiz. (Bild: pd)

Sportliches Verhalten: In den beiden Frauenteams des FC Weinfelden-Bürglen spielen die fairsten Spielerinnen der Schweiz. (Bild: pd)

Vielleicht nicht immer siegreich, aber dafür besonders fair hat die Frauenabteilung des FC Weinfelden-Bürglen (FCWB) in der Saison 2014/15 gespielt. Dieses sportliche Verhalten bescherte der Abteilung den ersten Platz in der diesjährigen Fairplay-Trophy. Am Mittwochabend überreichte Nationaltrainerin Martina Voss-Tecklenburg den Teams im Stade de Suisse in Bern die Auszeichnung.

Seit 2004 belohnen der Schweizerische Fussballverband und die Suva die fairsten Mannschaften im Amateurfussball mit der Fairplay-Trophy für besonders anständiges Verhalten auf dem Spielfeld. Jeweils die fairsten acht Teams bei den Frauen und bei den Männern werden mit einem Diplom belohnt. Die diesjährigen Sieger – der FCWB bei den Frauen und der FC Lungern bei den Männern – erhielten zusätzlich zur Auszeichnung einen Einkaufsgutschein im Wert von 10 000 Franken vom Sportgeschäft Athleticum. Mit der Trophäe wollen der Fussballverband und die Suva einen Anreiz für faires Verhalten schaffen, um Unfälle auf dem Fussballplatz zu vermeiden.

Andreas Buser, Trainer der ersten Frauenmannschaft, ist stolz auf seine Spielerinnen. «Ich freue mich sehr über diese Auszeichnung, auch über den finanziellen Zustupf. Gerade als Frauenteam ist die Sponsorensuche nicht immer ganz einfach, entsprechend können wir mit dem Geld gut was anfangen.»

Fair trotz Kampf um Ligaerhalt

In 47 Pflichtspielen haben die Frauen der beiden Teams des FCWB lediglich zwei gelbe Karten und somit nur zwei Strafpunkte erhalten. Besonders bemerkenswert ist diese Leistung, weil die erste Frauenmannschaft in der letzten Saison um ihren Platz in der 2. Liga kämpfen musste. «Unsere Frauen mischen schon lange in der 2. Liga mit. Trotz der Befürchtung, abzusteigen in die 3. Liga, haben die Frauen sehr fair gespielt», sagt FCWB-Präsident Marcel Gysi. Die Mannschaft stand am Ende der Saison auf dem drittletzten Platz und spielt somit auch dieses Jahr in der 2. Liga.

Ähnliche Erfolge in der Fairplay-Trophy gab es bisher beim FCWB nicht. «Der Sieg kam sehr unerwartet. Ich wusste zwar, dass die Frauenabteilung sehr fair spielt, aber mit einem solchen Erfolg habe ich nicht gerechnet», sagt Gysi stolz.

Auffällig auf der Rangliste der fairsten 100 Teams ist, dass kaum Vereine aus der Ostschweiz mitmischen. So sucht man beispielsweise die Männerabteilung des FCWB vergeblich auf der Liste. «Ironischerweise hat unsere erste Mannschaft bei den Männern den Aufstieg in die 2. Liga gerade aufgrund ihrer Strafpunkte verpasst. Das ist natürlich besonders ärgerlich», sagt Gysi. Ein weiterer Beweis dafür, dass Fairplay sich auszahlt. Weshalb ausgerechnet in der Ostschweiz – mit löblicher Ausnahme der Weinfelder Frauen – wenig Fairplay herrscht, kann sich Gysi nicht abschliessend erklären. «Vielleicht spielen die Ostschweizer intensiver als beispielsweise die Welschen.»

Qualifikation für Schweizer Cup

In Zukunft werden die Sieger der Fairplay-Trophy zusätzlich mit der direkten Qualifikation für die Hauptrunde des Würth Schweizer Cups bei den Männern und des Schweizer Cups bei den Frauen belohnt. Durch die Qualifikation für den Cup erhalten die Teams die Chance, gegen eine der ganz grossen Mannschaften im Schweizer Fussball zu spielen. Der Cupsieg ist in der Schweiz der zweitwichtigste Titel nebst der Meisterschaft.

Die erste Frauenmannschaft des FCWB wagte es bereits dieses Jahr, am Schweizer Cup teilzunehmen. Dabei trafen sie am vergangenen Sonntag auf den FC Blue Stars Zürich, der ebenfalls in der 2. Liga spielt. Nach einer deutlichen 1:5-Niederlage sind die Weinfelderinnen bereits aus dem Cup ausgeschieden.

Marcel Gysi Präsident FC Weinfelden-Bürglen

Marcel Gysi Präsident FC Weinfelden-Bürglen