Die Elektronik muss warten

HAUPTWIL-GOTTSHAUS. Der Gemeinderat Hauptwil-Gottshaus möchte die veralteten Ortseingangstafeln in Hauptwil und St. Pelagiberg ersetzen. Er wird dabei auf Bewährtes vertrauen und auf die Anschaffung vollelektronischer Anlagen verzichten.

Georg Stelzner
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Keine zeitgemässe Visitenkarte mehr: Ortseingangstafel beim Viadukt an der südlichen Peripherie von Hauptwil. (Bilder: Georg Stelzner)

Keine zeitgemässe Visitenkarte mehr: Ortseingangstafel beim Viadukt an der südlichen Peripherie von Hauptwil. (Bilder: Georg Stelzner)

Mit dem Budget 2015 genehmigte die Gemeindeversammlung zu Jahresbeginn auch 30 000 Franken für die Finanzierung neuer Ortseingangstafeln. Die heutigen sind über zehn Jahre alt und machen keinen vorteilhaften Eindruck mehr, weshalb der Gemeinderat ihre Ersetzung ins Auge gefasst hat. Wer auf die Beschaffung moderner, vollelektronischer Tafeln mit hohem Beachtungsgrad gehofft hat, wird aber enttäuscht sein: Der Gemeinderat hat sich gegen diese Variante entschieden.

Stromverbrauch zu hoch

Laut Gemeindepräsident Matthias Gehring haben mehrere Faktoren den Ausschlag für eine konventionelle, unspektakuläre Lösung gegeben. Eine grosse Rolle habe der Stromverbrauch gespielt. «Dieser ist bei einer vollelektronischen Anlage viel höher als bei einer Tafel, die nur mit einer Lampe beleuchtet wird», erklärt Gehring. Eine Gemeinde mit dem «Energiestadt»-Label müsse diesem Umstand Rechnung tragen.

Als weitere Gründe für den Verzicht auf vollelektronische Ortseingangstafeln nennt der Gemeindepräsident die Unterhaltskosten. Eine Beschädigung infolge Vandalismus hätte zum Beispiel relativ hohe Reparaturkosten zur Folge, argumentiert Gehring. Schliesslich seien einzelne Mitglieder des Gemeinderates auch der Meinung, dass herkömmliche Tafeln ohne High-Tech-Charakter besser in eine Landgemeinde wie Hauptwil-Gottshaus passten.

Plattform für Informationen

An der Notwendigkeit von Ortseingangstafeln zweifelt Gehring nicht. Ersatzlos auf sie zu verzichten, hielte er für nicht sinnvoll. «Diese Tafeln sind für die Vereine und die Gemeinde eine geregelte Plattform, um Informationen an die Öffentlichkeit weiterzugeben», führt Gehring aus. Da sie im Rahmen des kommunalen Marketings wichtige Eckpfeiler darstellten, sollten die Tafeln nicht nur funktionell sein, sondern auch gewissen ästhetischen Ansprüchen genügen und an gut frequentierten Standorten aufgestellt werden. Die Vereine der Gemeinde hätten klar zum Ausdruck gebracht, dass sie solche Tafeln wollten.

Laut Gehring müssen die derzeitigen Standorte keine Dauerlösungen sein. Um den Informationscharakter für die eigene Bevölkerung zu betonen, könnten die Tafeln durchaus vom Rand ins Zentrum der Ortschaften versetzt werden, erklärt Gehring. Der Gemeinderat wird im September eine Entscheidung treffen. In Frage kommen zwei Optionen: modern gestaltete, herkömmliche Tafeln oder konventionelle Tafeln, die jedoch über digitale Komponenten verfügen. «Vom Tisch ist die vollelektronische Variante, auch wenn ich der Meinung bin, dass dieser die Zukunft gehört», sagt der Gemeindepräsident. Die alten Tafeln sollen bis Ende Jahr ersetzt werden.

Matthias Gehring Gemeindepräsident von Hauptwil-Gottshaus

Matthias Gehring Gemeindepräsident von Hauptwil-Gottshaus

Kommt für Hauptwil-Gottshaus nicht in Frage: Vollelektronische Ortseingangstafel wie an der Weinfelderstrasse in Amriswil.

Kommt für Hauptwil-Gottshaus nicht in Frage: Vollelektronische Ortseingangstafel wie an der Weinfelderstrasse in Amriswil.