Die Eisbrücke über den See

ARBON/LANGENARGEN. Aus Anlass des Seegfrörni-Jubiläums rücken die Städte Arbon und Langenargen näher zusammen: 1963 verband eine Eisbrücke die Seegemeinden. Sie erinnern jetzt mit einer gemeinsamen Ausstellung an das historische Ereignis vor 50 Jahren.

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Edwin Lengweiler hat mit seinem Pferd Holsatia den zugefrorenen See überquert. Das Bild zeigt den Reiter vom Bodensee, umringt von Schaulustigen, vor dem Schloss Montfort in Langenargen. Die Seegfrörni 1963 hat die Städtepartnerschaft zwischen Arbon und Langenargen begründet. (Bild: Archiv)

Edwin Lengweiler hat mit seinem Pferd Holsatia den zugefrorenen See überquert. Das Bild zeigt den Reiter vom Bodensee, umringt von Schaulustigen, vor dem Schloss Montfort in Langenargen. Die Seegfrörni 1963 hat die Städtepartnerschaft zwischen Arbon und Langenargen begründet. (Bild: Archiv)

ARBON/LANGENARGEN. Ihren Auftakt nehmen die Feierlichkeiten am Mittwoch, 20. Februar, mit dem Auftakt der Ausstellung im Langenargener Rathaus. Diese beginnt um 18 Uhr. Nach der Eröffnung durch den neuen Langenargener Bürgermeister Achim Krafft wird der vor kurzem ebenfalls neu ins Amt gewählte Arboner Stadtammann Andreas Balg ein Grusswort sprechen.

Regierungsrat Graf auf dem Eis

Höhepunkte der Veranstaltung sind die Auftritte zweier mit dem Gedenken an die Seegfrörni besonders verbundener Persönlichkeiten. Der Thurgauer Regierungsrat Claudius Graf-Schelling, der heute noch in Arbon wohnt, war bei der Seegfrörni 1963 gemeinsam mit Bruder Hanspeter von Arbon über das Eis nach Langenargen gegangen, um im Rathaus ein Gastgeschenk seiner Eltern zu übergeben. Albert Graf-Bourquin war ein leidenschaftlicher Kunstsammler. In Erinnerung an seine Seeüberquerung, aber auch an die völkerverbindende Funktion der «Brücke aus Eis», wird Graf-Schelling einen Vortrag mit dem Titel «Krachendes Eisvergnügen – politisches Zusammenrücken» halten.

Der Reiter vom Bodensee

Im Anschluss daran bietet Edwin Lengweiler, der 1963 mit seinem Pferd «Holsatia» von Arbon nach Langenargen geritten war, die Rezitation der Ballade «Der Reiter und der Bodensee» von Gustav Schwab. Danach lädt die Gemeinde Langenargen zu einem kleinen Umtrunk und zur Besichtigung der Ausstellung im Rathausfoyer ein. Dort werden auch Filme von der Seegfrörni aus den Archiven des Hagnauer Walter Baerens sowie des Schweizer Fernsehens gezeigt. Die Ausstellung selbst ist durch Dokumente aus dem Gemeindearchiv Langenargen, dem Stadtarchiv Arbon sowie zahlreiche Leihgaben aus dem Langenargener und der Arboner Bürgerschaft bestückt.

Geschichten vom Eis

Sie wurde von Monique Trummer (Arbon) und Andreas Fuchs (Langenargen) zusammengestellt und wird nach dem Ausstellungsende in Langenargen auch in Arbon gezeigt. Die Präsentationen zeichnen sich durch unterschiedliche ortsspezifische Schwerpunkte bei der Bildauswahl aus, die den Interessen der jeweiligen Bürgerschaft Rechnung tragen sollen. Das Ende der Feierlichkeiten ist im Rahmen einer Finissage für den 27. April um 10 Uhr in der Galerie Bleisch in Arbon geplant. Auch hier werden wiederum Grussworte öffentlicher Repräsentanten beider Gemeinden sowie Zeitzeugenberichte im Rahmen einer Podiumsdiskussion zum Thema «Geschichten aus dem Eis» im Mittelpunkt stehen.

Städtefreundschaft funktioniert

Die Städtefreundschaft zwischen Arbon und Langenargen wird seit 1963 vor allem durch das alljährliche Behördentreffen, welches abwechselnd in einem der beiden Orte stattfindet, zum Ausdruck gebracht. Die beiden Gemeinden möchten mit den gemeinsamen Feierlichkeiten nicht nur ihre freundschaftlichen Bande bestärken, sondern auch, im Rahmen ihrer Möglichkeiten, einen kleinen Beitrag zur Völkerverständigung in Zeiten nicht immer einfacher bilateraler Beziehungen zwischen Deutschland und der Schweiz leisten. (red.)

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