Die Chancen sind reell

Dem Arboner Stadtammann Andreas Balg könnte in zwei Monaten genau das gleiche passieren wie dem Romanshorner Gemeindeammann Norbert Senn vor vier Jahren: Er verliert die Wahl nach nur einer Amtszeit gegen einen Herausforderer. Senn zog 2011 gegen David H.

Markus Schoch
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Dem Arboner Stadtammann Andreas Balg könnte in zwei Monaten genau das gleiche passieren wie dem Romanshorner Gemeindeammann Norbert Senn vor vier Jahren: Er verliert die Wahl nach nur einer Amtszeit gegen einen Herausforderer. Senn zog 2011 gegen David H. Bon den kürzeren, der politischen Karriere des Quereinsteigers Balg ein abruptes Ende setzten könnte Peter Gubser.

Gubser hat reelle Chancen, die Wahl am 8. März zu gewinnen. Das hat zum einen mit ihm selber zu tun. Der ehemalige Primarlehrer ist ein politisches Schwergewicht mit gutem Gespür dafür, wo der Bevölkerung der Schuh drückt: Er sitzt seit bald 14 Jahren im Grossen Rat, er präsidierte lange Jahre die Kantonalpartei, und er kennt die Arboner Lokalpolitik nach 20 Jahren in den verschiedensten Funktionen aus dem Effeff. Zudem geniesst der Linke Sympathien weit ins bürgerliche Lager hinein. Der Romanshorner SVP-Kantonsrat Urs Martin beispielsweise würde Gubser sofort als Stadtammann wählen, wenn er könnte. Und Martin gehört zum rechten Flügel seiner Partei.

Gubser kann sich andererseits auch Hoffnungen auf die Wahl machen, weil der Stadtrat Teile der Bevölkerung wiederholt gegen sich aufgebracht hat: Das war so beim neuen Verkehrsregime in der Altstadt, und das war so im Zusammenhang mit dem Skatepark – um nur zwei Beispiele zu nennen.

Klar: Gubser ist 64. Aber Marlies Näf-Hofmann ist bereits 87 und plant ihr politisches Comeback im Arboner Stadtparlament. Und es ist nicht ausgeschlossen, dass Hillary Clinton mit 68 Jahren zur Präsidentschaftswahl in den USA antritt.

@thurgauerzeitung.ch