Die Bottighofer haben genug

Der viele Verkehr an der Haupt- und der Lengwilerstrasse nervt die Bottighofer. Das ging aus der Diskussion um das Strassenprojekt BTS/OLS klar hervor.

Nicole D'orazio
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Am Rednertisch: BTS/OLS-Befürworter Erwin Imhof, Gegner Ueli Ryter und Bauingenieur Reto Mästinger. (Bild: Nicole D'Orazio)

Am Rednertisch: BTS/OLS-Befürworter Erwin Imhof, Gegner Ueli Ryter und Bauingenieur Reto Mästinger. (Bild: Nicole D'Orazio)

BOTTIGHOFEN. Die Streckenführung der geplanten OLS stand am Informationsabend über das Strassenprojekt Bodensee-Thurtal-Strasse und Oberlandstrasse zuerst im Fokus. Reto Mästinger erklärte, wo die Strasse durchgehen soll. Die Argumente für den Bau, die Erwin Imhof hervorbrachte, tönten für viele der 80 Anwesenden gut. Denn die Strecke durch Bottighofen gehört zu den meistbefahrenen im Kanton, abgesehen von der Autobahn. «Mit der OLS können wir die Gemeinden vom Durchgangsverkehr entlasten», sagte der SVP-Kantonsrat. «Arbon ist ein gutes Beispiel. Dessen Umfahrung funktioniert.» Die Lastwagen könnte man vorwiegend auf die Oberlandstrasse zwingen. Das bedeute mehr Lebensqualität für alle. Zudem steige die Sicherheit für Fussgänger und Velofahrer. «Wird die Strasse nicht gebaut, nimmt der Verkehr in den Quartieren zu», warnte Imhof.

OLS habe keinen Nutzen

Ueli Ryter, den Präsidenten des Komitees zum Schutz des Seerückens, sieht die Sache anders. «Unsere Strassen reichen aus. Zudem fördert die OLS die Zersiedelung und zerstört unsere schöne Landschaft und das Naherholungsgebiet», sagte er. Seiner Meinung nach werde der Transitverkehr zunehmen und Kreuzlingen und Bottighofen nicht entlastet. «Die OLS ist eine Zwängerei, eine Strasse auf Vorrat», meinte Ryter.

Doch der OLS-Gegner hatte einen schweren Stand. Er könne die Situation an der Hauptstrasse nicht einschätzen, warfen ihm einige Votanten vor. «Am Wochenende haben wir 80 Dezibel. Da kann man nicht draussen sitzen. Man hat nie seine Ruhe», sagte ein Mann.

Gemeindeammann Urs Siegfried teilte die neuesten Zahlen mit: «41 Prozent aller Fahrzeuge, die durch Bottighofen fahren, sind ausländisch. Beim Schwerverkehr sogar 65 Prozent.» Zu den Hauptverkehrszeiten würden bis zu 37 Fahrzeuge pro Minute das Dorf durchqueren.

Unfairer Abstimmungskampf

Doch es gab auch kritische Stimmen. Der Abstimmungskampf würde eigenartig geführt, beschwerte sich ein Mann. «Auf beiden Seiten des Dorfes hängen Plakate, die für die OLS werben. Das sieht so aus, wie wenn Bottighofen für den Bau wäre, obwohl es gar keine Abstimmung gegeben hat.» Das sei doch nicht fair.

Bild: NICOLE D'ORAZIO

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