Die Biber und der Stadtammann

BISCHOFSZELL. Die neue «Giftsprütze», die humoristische Postille für Bischofszell und Umgebung, ist auf dem Markt. Die Macher bieten einen Jahresrückblick der speziellen Art und nehmen dabei kein Blatt vor den Mund.

Georg Stelzner
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Die giftgrüne Fasnachtszeitung regt zur vertieften Lektüre an. (Bild: Reto Martin)

Die giftgrüne Fasnachtszeitung regt zur vertieften Lektüre an. (Bild: Reto Martin)

Die von den Situ-Narren herausgegebene «Giftsprütze» gehört in der Rosenstadt zur fünften Jahreszeit wie das Guggentreffen und der grosse Fasnachtsumzug. Sich die Erkenntnis zunutze machend, dass Schadenfreude die schönste Freude ist, wird auf acht Seiten genüsslich erzählt, wer bei welcher Gelegenheit ins Fettnäpfchen getreten ist oder sich bis auf die Knochen blamiert hat.

Und so sehnen die einen das Erscheinen des in Grün und Blau gehaltenen Blattes Jahr für Jahr herbei, während die anderen genau diesen Tag fürchten wie der Teufel das Weihwasser. Zur Ehrenrettung mancher Betroffener sei vermerkt: Es gibt auch Zeitgenossen, die den unfreiwilligen Auftritt in der «Giftsprütze» mit Würde zu erdulden wissen.

Radio Situan antwortet

Fixer Bestandteil und ein Highlight jeder Ausgabe sind die «Fragen an Radio Situan». In dieser Rubrik werden nicht nur Normalsterbliche an den närrischen Pranger gestellt; auch prominente Einwohner wie der Stadtammann kommen hier zum Handkuss. So stellt ein Hörer die scheinbar harmlose Frage, ob es wahr sei, dass auf der Holzrampe am Bischofszeller Sitter-Wuhr neuerdings die Biber zirkulierten. Die Antwort von Radio Situan spart nicht mit beissendem Spott: «Im Prinzip nein! Aber seit an der Rampe eine Wildkamera (Fotofalle) montiert ist, will auch der Biber mit der Fotopräsenz von Josef Mattle gleichziehen.»

Zum (vermutlich) letzten Mal wird auch die Tour-de-Suisse-Affäre nochmals aufs Korn genommen. Unter der süffisanten Überschrift «Von Staates wegen!» bekommt der Staatsanwalt sein Fett ab: «Müde ist er, gibt jetzt Ruh, schliesst endlich seine Akten zu! Was lange währt, wird endlich gut, nimmt der Staatsanwalt jetzt seinen Hut?»

Wette mit der Schulbehörde

Nicht mehr wegzudenken aus der Bischofszeller Fasnachtszeitung ist die Wette. Dieses Jahr wird die Behörde der Volksschulgemeinde herausgefordert. Die «Giftsprützer» wetten, dass es die Mitglieder dieses Gremiums nicht schaffen werden, den Fasnachtsumzug vom 14. Februar zu nutzen, um ihren Bekanntheitsgrad zu steigern. Sollte es ihnen dennoch gelingen, wären sie zum Nachtessen eingeladen.

Bezugsquellen: Migrolino und Charisma Coiffeur, Bischofszell; Restaurants Frohsinn und Hirschen, Sitterdorf; Königsbeck, Zihlschlacht; Strassenverkauf durch Schüler.

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