Die Bevölkerung kann mitgestalten

Die Ortsplanung Tägerwilen ist auf den Weg gebracht: Eine Kommission mit 14 Mitgliedern hat in zwei Sitzungen erste Grundlagen erarbeitet und will im Sommer 2013 die Pläne öffentlich auflegen. Mögliches Konfliktpotenzial liegt in 100 Objekten, welche unter Schutz stehen.

Kurt Peter
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Die Überbauung Pflanzberg: Ein Beispiel für die rasante Entwicklung. (Bild: Kurt Peter)

Die Überbauung Pflanzberg: Ein Beispiel für die rasante Entwicklung. (Bild: Kurt Peter)

TÄGERWILEN. An der letzten Gemeindeversammlung nahm sich Gemeindeammann Markus Thalmann Zeit, über den Stand der Ortsplanung sowie das weitere Vorgehen zu informieren. Die 14köpfige Kommission hat bereits zwei Sitzungen hinter sich und hat Grundlagen sowie Analysen erarbeitet. Im kommenden Jahr wird sie sich eingehend der Richtplanung und der Nutzungsplanung widmen. Gerade die Nutzungsplanung hat es in sich, denn sie umfasst den Zonenplan, das Erschliessungsprogramm, Baureglement, Einzonungsverträge sowie den Schutzplan der Kultur- und Naturobjekte. An diesem Schutzplan zeigte Thalmann auch mögliches Konfliktpotenzial mit dem Kanton auf: «Mehr als 100 Objekte in Tägerwilen sind als wertvoll oder besonders wertvoll eingestuft, das heisst, sie stehen unter Schutz.» Das hat für die Gemeinde insofern Folgen, als dass sie Beiträge für Renovationen aufgrund des Natur- und Heimatschutzgesetzes leisten muss. Dies gebe, so Thalmann, sicher noch Diskussionsbedarf.

Entwicklung seit 1965 festgelegt

Spürbar sei in der Kommission die Skepsis der Bevölkerung gegenüber dem rasanten Wachstum der Gemeinde. Die immer auf den Schild gehobene Verdichtung nach innen sei ein wichtiger Grundsatz, doch die Voraussetzungen für die heutige Entwicklung sei mit dem Zonenplan 1965 festgelegt worden. Als «sicheres Wachstum» in den Jahren bis 2016 bezeichnete Thalmann mehrere Bauprojekte im Dorf mit über 200 Wohneinheiten, was rund 430 Einwohnern entspreche.

Als für ihn «mögliches Wachstum» erwähnte Thalmann verschiedene Gebiete. Diverse Parzellen an der Hauptstrasse, Konstanzerstrasse und Bahnhofstrasse sowie mögliche Umzonungen im ehemaligen Galli-Areal, dem ehemaligen Gautschi-Areal oder der Talackerstrasse. Möglich wäre damit Platz für 200 Wohneinheiten. Für Thalmann ist klar, «dass die Planungskommission die Weichen der künftigen Entwicklung erst ab 2022 stellen kann».

In zwei Jahren wird entschieden

Jetzt sei der richtige Zeitpunkt, Anträge und Eingaben an die Kommission zu machen. Die Bevölkerung sei aufgerufen, Anregungen, Ideen, Visionen und Wünsche schriftlich an den Gemeinderat einzureichen. Ende 2012 will die Kommission ihre Arbeit beim Kanton zur Vorprüfung einreichen. Danach folgt die Überarbeitung sowie die öffentliche Auflage im Sommer 2013. Die Gemeindeversammlung im Dezember 2013 wird abschliessend über die Pläne entscheiden.