«Die Bedürfnisse ernst nehmen»

Die Evangelische Kirchgemeinde Sulgen hat eine Umfrage zur Familienfreundlichkeit lanciert. Pfarrerin Yvonne Brück erklärt, warum.

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Yvonne Brück Pfarrerin in der Evangelischen Kirchgemeinde Sulgen (Bild: Quelle)

Yvonne Brück Pfarrerin in der Evangelischen Kirchgemeinde Sulgen (Bild: Quelle)

Frau Brück, was ist eine familienfreundliche Kirche?

Yvonne Brück: Kurz gesagt: eine Heimat. Eine familienfreundliche Kirche ist ein Ort, der die Türen für Menschen in all ihrer Unterschiedlichkeit generationsübergreifend öffnet. Sie bietet Räume an zur Gemeinschaft und zum Feiern, zum Leben miteinander und zum Lernen voneinander. In dieser Atmosphäre wollen wir christliche Werte, die wichtig sind für unsere Gesellschaft, glaubwürdig leben und vermitteln. Dazu gehört auch das Miteinbeziehen von individuellen Begabungen der Einzelnen.

Warum will die Evangelische Kirchgemeinde Sulgen die Familienfreundlichkeit weiterentwickeln?

Brück: Uns ist es wichtig, dass sich Familien in Bezug auf unsere Gottesdienste, Angebote und Räumlichkeiten wohl fühlen. Natürlich wäre es möglich, die Ideen von Kirchenvorsteherschaft, Pfarrteam und Mitarbeitenden ohne Rückfragen an die Zielgruppen umzusetzen. Wir wählen aber einen anderen Weg.

Warum?

Brück: Wir möchten die Bedürfnisse der Familien wahr- und ernst nehmen. Denn sie allein sind Fachmänner und Fachfrauen für ihre spirituellen Wünsche und den gemeinschaftlich gelebten Glauben. Partizipation und Beteiligung erreichen wir nur, wenn wir unser Gegenüber nach seinen Interessen und Sehnsüchten fragen. Deshalb die Entwicklung des Fragebogens.

Was wird gefragt?

Brück: Die Fragebogen sind in altersspezifische und angebotsorientierte Bereiche aufgeteilt. Es gibt Abschnitte zum Ankreuzen, aber auch Platz, um Ideen, Anregungen und Anliegen oder eine mögliche Mitarbeit in der Kirchgemeinde zu notieren. Am besten macht man sich persönlich ein Bild unter www.evang-sulgen.ch.

Wie viele Fragebogen sind bis jetzt eingegangen?

Brück: Zurzeit sind es neun Prozent. Die Antworten der separat befragten Religionsklassen kommen hinzu. Abgabetermin ist am Freitag, 28. Juni.

Entspricht diese Rückmeldung den Erwartungen?

Brück: Wir haben Familien angeschrieben. Wenn es aber um die Familienfreundlichkeit geht, dürfen und sollen sich alle Kirchbürgerinnen und Kirchbürger generationsübergreifend an der Befragung beteiligen, denn Kirche sind alle. Deshalb liegen die Fragebogen auch in den Kirchen auf. Wir brauchen keine Quote zu erfüllen. In Bezug auf den Rücklauf sind wir erwartungsfrei.

Wie sieht das weitere Vorgehen aus?

Brück: Wir werden die Fragebogen auswerten und die Ergebnisse mitteilen. Danach wird sich die Vorsteherschaft damit auseinandersetzen, welche weiteren Schritte wir gehen werden. Wie diese dann aussehen, ist abhängig von den Ergebnissen der Befragung.

Was versprechen Sie sich von dieser Umfrage?

Brück: Ausgehend von den Resultaten hoffen wir auf eine verlässliche Entscheidungshilfe für die zukünftige Gestaltung.

Interview: Tobias Söldi