Die Bedeutung des Tägermooses

Im Mittelalter diente das Tägermoos zur Sicherung der Mauern und Gräben zur Stadt Konstanz hin. Bis ins 18. Jahrhundert stand auf dem Gebiet ein Galgen, der als Richtstätte diente. Heute hat das Tägermoos eine hohe Bedeutung als Naherholungsgebiet und als landwirtschaftliche Nutzfläche.

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Im Mittelalter diente das Tägermoos zur Sicherung der Mauern und Gräben zur Stadt Konstanz hin. Bis ins 18. Jahrhundert stand auf dem Gebiet ein Galgen, der als Richtstätte diente. Heute hat das Tägermoos eine hohe Bedeutung als Naherholungsgebiet und als landwirtschaftliche Nutzfläche. Es ist beliebt bei Spaziergängern und Kleingärtnern und stellt für zahlreiche Konstanzer Gemüsebauern eine Existenzgrundlage dar. Das Gebiet war einst eine sumpfige Allmend. So setzt sich der Name Tägermoos aus dem althochdeutschen «tëgar» (= gross) und «Moos» zusammen. Grosses Moos wiederum ist in Süddeutschland und der Schweiz eine geläufige Bezeichnung für «Feucht- oder Moorgebiet». Der unterdessen drainierte Boden ist durch seinen hohen Humusgehalt sehr fruchtbar.

Bei weitem das älteste Gebäude im Tägermoos ist der Ziegelhof. Er war vier Jahrhunderte lang auch das einzige. Früher war das die städtische Ziegelhütte der Stadt Konstanz. Bis Anfang des 19. Jahrhunderts wurden hier noch Ziegel hergestellt. Heute ist er ein Gutsbetrieb, der Gemüse anbaut. Ebenfalls von historischer Bedeutung ist das Trompeterschlössle, das heute ein Hotel ist. Hier fanden zum Ende des Zweiten Weltkrieges die Verhandlungen zur kampflosen Übergabe von Konstanz an die Alliierten statt.

Seit 1803 gibt es am östlichen Rand des Tägermoos den «Gottlieber Zoll».

Privatrechtlich sind etwa zwei Drittel des Bodens im Tägermoos im Besitz der Stadt Konstanz. Der Rest gehört Privatleuten und Schweizer Behörden. (afl)