Die ARA wappnet sich für die Zukunft

ROMANSHORN. An der Delegiertenversammlung des Abwasserverbands Region Romanshorn zeigte Geschäftsführer Georg Engels auf, wie die drei Punkte Umwelt, Wirtschaftlichkeit und Sicherheit im Betrieb der Abwasserreinigungsanlage (ARA) gleichermassen gewichtet und dauernd optimiert werden.

Trudi Krieg
Merken
Drucken
Teilen

An der Delegiertenversammlung des Abwasserverbands Region Romanshorn zeigte Geschäftsführer Georg Engels auf, wie die drei Punkte Umwelt, Wirtschaftlichkeit und Sicherheit im Betrieb der Abwasserreinigungsanlage (ARA) gleichermassen gewichtet und dauernd optimiert werden.

Erst vor drei Jahren wurde eine Solaranlage von 250 Quadratmetern Fläche gebaut und in Betrieb genommen. Man müsse im Sinn des Gewässerschutzes im speziellen und im Sinne des Umweltschutzes im allgemeinen gewappnet sein für die Zukunft mit Klimaerwärmung und extremen Wetter-Ereignissen. Die Starkniederschläge haben diverse Pumpwerke überlastet. Der Steuerschrank beim Pumpwerk Sulzwiesen in Egnach ist überflutet worden. Man habe daraus gelernt und werde die neue Steuerschaltung einen Meter höher setzen, hiess es. Eine Vielzahl weiterer Massnahmen ist ebenfalls notwendig.

Verschwunden und doch da

Unsichtbar und auch sonst kaum wahrnehmbar passieren kleinste Teilchen aus Medikamenten, Chemikalien, Reinigungs- oder Düngemitteln usw. die ARA-Filter und reichern sich im Gewässer an. Dies kann sich laut Kerstin Frank vom Amt für Umwelt negativ auf die Gewässer-Ökologie auswirken, und im Trinkwasser will man die Teilchen schon gar nicht. Nach einem neuen Bundesgesetz müssen grössere Abwasseranlagen eine zusätzliche Reinigungsstufe einbauen, um auch solche Stoffe zu eliminieren. Für die ARA Romanshorn gilt diese Vorschrift nicht. Um die zusätzliche Reinigung zu finanzieren, werden schweizweit ab 1. 1. 2016 pro Person neun Franken jedes Jahr erhoben. Die Versammlung stimmte dem Antrag einstimmig zu, die Kosten auf diese einfachste Art pro Person den Verbandsgemeinden Romanshorn, Egnach und Salmsach zu verrechnen.

Positive Energiebilanz

Wie alle grösseren Stromverbraucher musste die ARA eine Energieverbrauchsanalyse gemäss kantonalem Gesetz über die Energiegrossverbraucher durchführen. Die darin aufgezeigten Massnahmen konnten schon fast vollständig umgesetzt werden, wodurch sich Einsparungen von knapp 100 000 kWh Elektrizität pro Jahr ergeben. Dies entspricht etwa einem Achtel des gesamten Stromverbrauches der ARA. Präsident Patrik Fink konnte in Rechnung und Budgets der nächsten Jahre ausgeglichene Zahlen vorweisen. Die Kläranlage ist in einem guten Zustand. In der Langzeitplanung werden schrittweise Sonderbauwerke wie externe Pumpen, Abwasserkanäle und die Kläranlage erneuert oder saniert.