Dick fährt mit Peugeot um den Kreisel

AMRISWIL. Mit einer kleinen Feier weihte die Stadt Amriswil am Samstag den Kreisel-Stier ein. Die beiden beteiligten Künstler Walter Dick und Hanswalter Graf würdigten das Kunstobjekt in ihrer Ansprache. Stadträtin Madeleine Rickenbach erinnerte an die Entstehung.

Rita Kohn
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Stadträtin Madeleine Rickenbach schildert die Geschichte des Kreisel-Stiers. (Bild: Georg Stelzner)

Stadträtin Madeleine Rickenbach schildert die Geschichte des Kreisel-Stiers. (Bild: Georg Stelzner)

Alphornklänge, eine kleine Festgemeinde und das Kulturobjekt, das schon für einige rote Köpfe gesorgt hatte: Die Einweihung des Kreisel-Stiers am Samstag war der vorläufige Höhepunkt der kurzen, aber intensiven Geschichte des Stiers. «Der grosse Stier auf dem Kreisel Alleestrasse hat bereits eine kleine Amriswiler Geschichte hinter sich. Wir alle sind ein Teil dieser Geschichte», sagte Stadträtin Madeleine Rickenbach bei ihrer Ansprache.

Eine Herausforderung sei die Sache für sie gewesen, als sie ihr Amt als Stadträtin und damit als Zuständige für die Kultur angetreten habe. Denn zu diesem Zeitpunkt waren die Diskussionen um die Kreisel-Gestaltung schon aufgeflammt. Durch viele Gespräche hat sich die nun gewählte Variante der Kreisel-Kunst ergeben.

Sicht von aussen

Hanswalter Graf ist nicht nur der Entwickler des Toma-Projekts, das seit 2011 in Amriswil für Kultur steht, er hat auch die Gestalt des Stiers entworfen, wie sie heute im Kreisel steht. Dazu habe er die Umrisse der Isa-Stiere gewählt, die von vielen so geliebt waren. Faktisch ist der grosse Stier also nun die stilistische Umsetzung der Isa-Stiere.

Er sei stets mit der Sicht von Aussen an das Thema heran gegangen, betonte Hanswalter Graf. Es sei wohl gut gewesen, nicht alles zu wissen, was zur Ablehnung der von ihm vorgeschlagenen Stelen und zum Festhalten an den Stieren geführt habe. So konnte er sich ein von der Vergangenheit losgelöstes Bild machen. Eine Vergangenheit, in der Amriswil für Kunst am Bau in Form von Stelen bereits schon mal viel Geld eingesetzt hatte, das sich schon bald als Fehlinvestition erwies. Die Stelen stehen heute nicht mehr.

Vor Freude um den Kreisel

Unberührt vom Tauziehen um den Kreisel-Stier ist Walter Dick, dessen Kunstwerke für die nächsten Jahre den Stier zieren. Dick erinnert sich an seine Kindheit in Schocherswil, als er von seinem Zimmer aus in die Berge und zum Bodensee sehen konnte. Beide Sujets – Berg und See – sind auf dem Stier zu finden.

Er hätte niemals gedacht, dass mal ein Kunstwerk von ihm so gross herauskommen könnte, sagte Walter Dick mit einem Lächeln. «Und wenn ihnen nächstens ein alter Peugeot auffällt, der mehrmals um den Kreisel fährt, dann ist das der Dick, der sich einfach so sehr über den Kreisel-Stier freut, dass er ihn von allen Seiten ansehen will.»

Der Regierung gefällt es

Von der Thurgauer Regierung konnte niemand zur Einweihung der neuen Kreisel-Kunst in Amriswil delegiert werden. Madeleine Rickenbach versicherte aber, dass eine Grussbotschaft eingetroffen sei. «Wir haben ein positives Feedback von der Thurgauer Regierung bekommen.» Für die Stadträtin ist der Kreisel-Stier ein Symbol der Kultur, wie man miteinander umgeht in Amriswil. «Ich bin auch stolz zu sagen, dass man in Amriswil gemeinsam nach Lösungen sucht.» Dass die Figur nicht allen gefällt, nimmt sie hin. «Kultur hat viele Facetten.»