«Der Zug ist losgefahren»

ARBON. Offiziell spät ins neue Jahr gestartet ist die Stadt Arbon mit der Neujahrsbegrüssung am Sonntagabend im Seeparksaal. Auf die Besucher warteten der rote Teppich, ein Cüpli, Unterhaltung und Reden. Und am Schluss dann das obligate Buffet.

Max Eichenberger
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Besucher werden persönlich begrüsst, hier von Stadtrat Konrad Brühwiler, l.

Besucher werden persönlich begrüsst, hier von Stadtrat Konrad Brühwiler, l.

ARBON. Der rote Teppich ist beim Eingang ausgelegt. Wie in Cannes oder L.A. die Stars, treten die Besucher ein. Mit Apfelchampagner Stachener Provenienz und besten Wünschen werden sie vom Gesamtstadtrat hineingeleitet. Seitlich an den Tischen füllen Damen in der Stadttracht die Gläser ab.

Der Dirigent wird Vater

Besonders eilig hat es auf die von Jungmodel Lejla Hodzic moderierte Neujahrsbegrüssung Stadtmusik-Dirigent Thomas Gmünder, er kommt leicht verspätet durch den Seiteneingang, aber rechtzeitig zum ersten Tusch, der die nach Kalender ebenfalls leicht verspätet angesetzte Neujahrsbegrüssung eröffnet. Er ist eben Vater geworden. Der Arboner Regierungsrat Claudius Graf-Schelling sitzt derweil bereits am Tisch, schräg gegenüber der höchsten Arbonerin, Parlamentspräsidentin Elisabeth Tobler.

Altstadt wachgeküsst

«Arbonerin des Jahres» ist aber eine andere: «Ilge»-Köchin Michela Abbondandolo erhält für ihr Engagement für eine lebenswerte Altstadt – über ihr eigenes Restaurant hinaus – den Anerkennungspreis und Blumen von Vizestadtammann Patrick Hug überreicht. Was sie anpacke, mache sie mit Leib und Seele. Und Kochen sei, so ihr Motto, neben Leidenschaft auch Kunst. In Stachen aufgewachsen, kehrte Michela Abbondandolo nach verschiedenen Stationen, unter anderem als Privatköchin eines Barons im Welschland, zu den heimatlichen Wurzeln zurück.

«Das macht Freude»

So quittiert Stadtammann Martin Klöti danach die Darbietung der Tanzwerkstatt. Um dann festzustellen, dass vieles nicht voraussehbar gewesen sei, was das Jahr 2011 brachte – auf der Weltbühne, aber auch in Arbon. Es sei nicht seine erste Neujahrsansprache. Im Nachbarkanton habe er schon eine gehalten, kommt Klöti auf eine Entwicklung zu sprechen, wovon niemand, auch er nicht, vor Jahresfrist die leiseste Ahnung gehabt habe: seine Kandidatur für die St. Galler Regierung. Am 11. März fällt dort die Wahlentscheidung. Aus der Bahn geworfen würde Arbon nicht, falls er dann in der Pfalz Einzug halten sollte: Im Legislaturprogramm sei nämlich definiert, wohin die Reise der Stadt gehen soll. «Der Zug ist gewissermassen losgefahren, vieles ist vorgespurt und aufgegleist. So sollte die Exekutive auch bei einem allfälligen Lokführerwechsel ohne grosse Verzögerungen weitermachen können.»

Zuversicht ist angesagt

Die Stadt dürfe darauf bauen, dass es ihr auch in Zukunft gut gehen werde, verbreitet Klöti Zuversicht. Täglich könne man den Fortschritt des «grössten Stadtentwicklungsprojektes» verfolgen: mit der neuen Kantonsstrasse und in deren Zusammenhang stehenden Bauvorhaben. In Arbon laufe der Strukturwandel weiter. Klöti streift sodann die Schwerpunkte der Legislaturziele – mit der Einladung, die am Ausgang aufliegende Broschüre für den Nachhauseweg mitzunehmen. «Leben und Arbeiten in Arbon macht Freude», heisst es in einem Programmpunkt. Das machen auch die kulinarischen Genüsse, nicht nur aus der Küche der Arbonerin des Jahres. Das beweist das Team des Panorama-Restaurants mit Martin Brühwiler, dessen gastronomische Leistung Lob findet.

Michela Abbondandolo, umrahmt von Stadttracht und -rat Patrick Hug. (Bilder: Max Eichenberger)

Michela Abbondandolo, umrahmt von Stadttracht und -rat Patrick Hug. (Bilder: Max Eichenberger)

Stadtmusikant Aldo Ferrucci bei seiner feurigen Gesangseinlage.

Stadtmusikant Aldo Ferrucci bei seiner feurigen Gesangseinlage.

Mädchengruppe der Tanzwerkstatt zaubert Anmut auf die Bühne.

Mädchengruppe der Tanzwerkstatt zaubert Anmut auf die Bühne.

Stadtammann Martin Klöti

Stadtammann Martin Klöti