Der Zug im Hamel-Markt rollt an

ARBON. In 15 Monaten wird der Hamel-Markt fertig. Mit der Vermarktung der Detailhandels- und Dienstleistungsflächen bei HRS betraut ist Hans Meier. Er hat schon die Novaseta mit Mietern belebt. Mit ersten Abschlüssen wird bald zu rechnen sein. Ortsansässige zeigen noch verhaltenes Interesse.

Max Eichenberger
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Die Visualisierung zeigt, wie das Erdgeschoss des Hamel-Marktes mit Passerelle aussehen könnte. (Bilder: pd)

Die Visualisierung zeigt, wie das Erdgeschoss des Hamel-Marktes mit Passerelle aussehen könnte. (Bilder: pd)

Er ist schon seit 25 Jahren im Geschäft – und hat damit viel Erfahrung. Hans Meier ist bei der Eigentümerin zuständig für die Vermarktung von Geschäftshäusern. «Mit Schwerpunkt Einkaufszentren und Detailhandelsliegenschaften», umreisst er sein Tätigkeitsfeld konkreter. Schon bei der Novaseta akquirierte Meier die Mieter der Ladenflächen um Coop. Das war 1994, als die Novaseta einen Markstein setzte. Und die Detailhandelslandschaft in der Stadt nachhaltig verändert hatte – stärker noch als das Ladenzentrum Metropol (1964) und drei Jahre zuvor Oscar Weber (heute Ochsner).

Zug in die neue Stadtmitte

Damals setzte die Verlagerung des Detailhandels ein, mehr und mehr von der Altstadt weg, wo seither zahlreiche Läden verschwunden sind. Jetzt setzt sich dieser Trend fort. In der «neuen Stadtmitte», wie Martin Klöti, Vorgänger von Stadtpräsident Andreas Balg, das zentrale Entwicklungsgebiet im Schnittpunkt Rosasco/Saurer WerkZwei benannte, läuft die Vermarktung des Hamel-Marktes an. Bis Herbst 2016 wird der ehemalige Fabrikkomplex dafür umgebaut.

Verhandlungen laufen

Und Hans Meier ist wieder daran, für den neu entstehenden Markt einen guten Mietermix zu akquirieren. «Wir sind kurz vor dem Abschluss entscheidender Verhandlungen», sagt er. Dies bezieht sich allerdings auf Dienstleistungs- und Büroflächen im ersten Obergeschoss. Die Nachfrage sei da. Meier geht davon aus, «dass wir im September wesentliche Schritte weiter sind». Interessenten und Anfragen gebe es auch für die Ladenflächen im Parterre. Doch spüre man, dass der Detailhandel derzeit sich «in einer schwierigen Phase» befinde, sagt Meier. «Das ist aber ein Schweizer- und nicht ein lokales Phänomen.»

Braucht auch Risikobereitschaft

Noch sei die Nachfrage aus Arboner Geschäftskreisen eher abwartend verhalten. Das war auch bei der Novaseta so, erinnert sich Meier. Hablützel Optik war damals ein klassischer innerstädtischer Zuzug. Ortsansässige wägen ab, warten zu, verfolgen die Entwicklung und, so Meier, wollten noch mehr Informationen. «Es braucht für Hiesige sicher eine gewisse Risikobereitschaft.» Sie hätten aber mit einer gewissen Vorzugsstellung gute Chancen. «Aber sie müssen kommen. Es ist ein Zug, der anfährt.»

Bei HRS ist man überzeugt, dass der Hamel-Markt belebt sein und voll werden wird. Er sei zentral gelegen beim künftigen Bushof und beim Bahnhof. Rundum im sich entwickelnden Saurer WerkZwei entstünden neue Wohnungen. Das neue Hotel komme nebenan zu stehen. Ein Kulturzentrum werde sich etablieren. «Der Hamel mit seiner offenen Passerelle wird gewissermassen das Herz mit hoher Publikumsfrequenz.» Lagebedingt werde man Angebot und Mietermix auch an Pendler ausrichten.

Perspektive fünf Jahre

Neben den Zentren Novaseta (Coop) und Rosengarten (Migros) sieht Meier ein Potenzial für Branchenergänzungen. Die Lage sei sehr gut, auch die Parkingsituation werde mit einer grossen neuen Anlage verbessert. «Es ist immer so: Man muss sich eine Perspektive von vielleicht fünf Jahren vorstellen können.» Dann könnte auf dem Areal Vögele (Ochsner Sport / Klarahof) bereits das nächste Projekt Konturen annehmen – für einmal nicht aus der Hand von HRS.

Hamel-Markt und Hamelstrasse. (Bild: Picasa)

Hamel-Markt und Hamelstrasse. (Bild: Picasa)