Der Weinkeller ist immer offen

WEINFELDEN. Seit fünf Generationen bewirtschaftet die Familie Forster das gleichnamige Weingut am Weinfelder Thurberg. Mit grossem Erfolg: Auch Benno und Tanja Forster setzen Bewährtes fort und suchen immer wieder Neues.

Christof Lampart
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Benno, Nicolas, Mattia und Tanja: Familie Forster hat im eigenen Weinkeller Platz genommen. (Bild: Christof Lampart)

Benno, Nicolas, Mattia und Tanja: Familie Forster hat im eigenen Weinkeller Platz genommen. (Bild: Christof Lampart)

weinfelden. Idyllisch ist es an der Thurbergstrasse 20, dort wo Forsters wohnen und wirken. Und stotzig. Und eng. Der Flecken Erde hat Charakter – und das nicht nur wegen der grandiosen Aussicht über Weinfelden und die weitere Landschaft hinweg. Das seit Generationen im Familienbesitz befindliche Haus klebt geradezu am Hang; hinter, neben und vor dem Haus breitet sich auf gut drei Hektaren der forstersche Rebberg aus. Hier, so stellt man sich vor, könnte man gut Ferien machen und den Herrgott einen guten Mann sein lassen.

«Wir lieben Weine»

Vieles sieht so aus, als wäre es immer schon so gewesen. Zumindest seit 1882, als die Familie Forster den Betrieb kaufte. Benno, selbst gelernter Winzer, übernahm ihn seinerseits 1997 von seinen Eltern Margrit und Ernst. Beim Gespräch, beim Gang durch die Rebberge ist spürbar, dass es die junge Weinbauernfamilie nicht hätte besser treffen können. «Ich liebe das, was ich tue. Täte ich das nicht, dann könnte ich keinen guten Wein machen», sagt Benno in einem warmen Ton, in dem sich Schwärmerei und Ernsthaftigkeit gleichermassen spiegeln.

Nicht von gestern

Wenn Benno Forster vom Weinmachen spricht, dann ist er kaum mehr zu bremsen, denn «die Ideen dazu gehen mir einfach nicht aus.» Tanja lacht: «Manchmal muss ich ihn, den Tüftler, fast ein wenig bremsen.» Doch ganz ernst meint sie das nicht, denn «schliesslich lieben wir Weine, und wir wollen unseren Kunden nur das Beste offerieren.»

Dass die Forsters aber nicht von gestern sind, zeigt sich auch in ihrer Kommunikation gegen aussen. Das Schild am Eingang fordert Passanten sinngemäss dazu auf, doch einfach mal in den Keller rein zu schauen. Davon, dass der Winzer sich in seinem Tun gestört fühlen könnte, kann nicht im Entferntesten die Rede sein. «Das ist grossartig, wenn sich die Leute für unser Produkt interessieren. Es gibt doch nichts schöneres, als wenn wir den Leuten von unserer Leidenschaft erzählen und ihnen zeigen können, wie wir es machen», sprudelt es aus Benno Forster nur so heraus.

Der Kontakt ist wichtig

Bei so viel Enthusiasmus ist es kein Wunder, dass Forsters nicht nur im Mai zu einem grossen, eigenen Kundenanlass einladen, sondern sowohl an der WEGA als auch an der Weinfelder Gourmetmesse Schlaraffia stets dabei sind. «Wir brauchen einfach den Kontakt zu den Menschen, und zwar nicht nur zu den Kunden, sondern auch zu den anderen Berufskollegen», betont Benno Forster. Und natürlich kommen einem wachen Geist wie Benno Forster bei solchen Gelegenheiten auch immer wieder gute Ideen.

Die «Schnapsidee»

So zum Beispiel die «Schnapsidee», die ihn vor einigen Jahren einen eigenen Portwein herstellen liess. «Das geschah spontan in einer geselligen Runde», lacht Benno Forster. Mittlerweile ist dieser Portwein ein Renner. «Der Portwein, den ich jährlich herstelle, ist immer schnell verkauft», freut sich der initiative Weinfelder Weinbauer.

Bild: christof lampart

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