Der Vorstoss bleibt wirkungslos

Eine Gefahr auf dem Schulweg sah Frank Fischenich und reichte die Petition «Sichere Bernrainstrasse» ein. In seiner Antwort hält der Kreuzlinger Stadtrat fest, dass für ihn und den Kanton aktuell kein Handlungsbedarf bestehe.

Urs Brüschweiler
Merken
Drucken
Teilen
Tiefbauchef Sandro Nöthiger. (Bild: Archivild: Donato Caspari)

Tiefbauchef Sandro Nöthiger. (Bild: Archivild: Donato Caspari)

KREUZLINGEN. «Das müssen wir wohl so hinnehmen», sagt Franz Fischenich etwas resignierend. Die dreiseitige Antwort der Stadt auf seine Petition «Sichere Bernrainstrasse» ist für ihn ernüchternd. Im Frühling hatte er sich mit einer Unterschriftensammlung – insgesamt 55 waren zusammengekommen – dafür eingesetzt, dass die Verkehrssituation beim Fussgängerstreifen an der Bernrainstrasse unterhalb des Bahnübergangs entschärft wird. «Immer wieder komme es hier, auf dem Schulweg seiner Kinder, zu gefährlichen Situationen», argumentierte er.

Für die Stadt und den Kanton als Strasseneigentümer besteht aber derzeit keine Veranlassung, am Fussgängerstreifen eine Veränderung vorzunehmen. Messungen hätten ergeben, dass die Geschwindigkeiten der Autofahrer der Situation angemessen seien und im gesetzlichen Rahmen liegen, heisst es in der Petitions-antwort. Die Unfallstatistik weise keine Häufung auf, der Zebrastreifen sei gut beleuchtet und gut einsehbar.

Zu wenig Platz für eine Insel

Frank Fischenich und seine Mitstreiter hatten vorgeschlagen, eine Schutzinsel zu installieren. Eine solche komme an der Bernrainstrasse jedoch nicht in Frage, schreibt der Stadtrat. Es müssten dafür gewisse Mindestabmessungen eingehalten werden, damit die Insel zum Beispiel auch einem Kinderwagen Schutz bieten könnte. Die Platzverhältnisse bedingten dafür Eingriffe an den Fahrbahnrändern. Die Stadt weist darauf hin, dass wegen der sowieso geplanten Verlegung der Berneggstrasse und der Sanierung der Seeblickstrasse bauliche Änderungen zum jetzigen Zeitpunkt nicht sinnvoll seien. Ein wenig Hoffnung macht Franz Fischenich einzig der letzte Satz in der Antwort der Stadt: Im Zuge dieser Verkehrsplanungen will man eine Verbesserung des Fussgänger-übergangs sicher prüfen. Das nimmt dieser zwar wohlwollend zur Kenntnis, meint aber: «Mit etwas mehr Kreativität hätte man sicher etwas machen können. Dazu scheint aber leider keine Bereitschaft zu existieren. Wir hoffen jetzt einfach, dass nichts passiert.» Nachdem seine Petition ohne direkte Wirkung zu verpuffen scheint, ärgert Franz Fischenich noch etwas anderes. Seine Kinder benützen nun nämlich die Seeblickstrasse als Ausweich-Schulweg. Just nach den Sommerferien begannen dort Bauarbeiten, und der Zebrastreifen beim Bahnhof Bernrain wurde entfernt. «Der Termin für diese Arbeiten ist ein wenig unglücklich», sagt dazu Sandro Nöthiger, Leiter Tiefbau der Stadt Kreuzlingen. Die Bauunternehmen bereiteten derzeit im Auftrag der Stadt den Einbau des Deckbelags vor. Morgen geht es damit los, und danach wird der Zebrastreifen wieder gezeichnet.

Baustelle während Schulferien

Man achte bei der Terminierung von Bauarbeiten durchaus darauf, dass sie möglichst in die Schulferien fallen. In diesem Sommer habe die Stadt etwa die Schulstrasse in dieser Zeit fertiggestellt. Bei der Seeblickstrasse habe es aber den Unternehmen erst jetzt gepasst.