Der Turnverein feiert Geburtstag

ERLEN. Seit 100 Jahren gibt es in Erlen einen Turnverein. Für Präsident Joël Röthlisberger und Chronist Edwin Kunz geht das Beisammensein über den Sport hinaus. Im September ist ein Festwochenende mit Galadiner und Unterhaltung geplant.

Andrea Kern
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Die Erler Turner an ihrer letzten Unterhaltung vor eineinhalb Jahren mit einer Kombination von Barren und Trampolin. (Archivbild: pd)

Die Erler Turner an ihrer letzten Unterhaltung vor eineinhalb Jahren mit einer Kombination von Barren und Trampolin. (Archivbild: pd)

«Kameradschaft, gemeinsam etwas erreichen und sportliche Aktivität»: Über die Motivation, im Turnverein dabei zu sein, sind sich Joël Röthlisberger und Edwin Kunz einig. Sie ist früher wie heute dieselbe, und so kommt es, dass die beiden von Eidgenössischen Turnfesten und Unterhaltungen zu schwärmen beginnen. Der 26jährige Joël Röthlisberger ist der aktuelle Präsident des STV Erlen, der 63jährige Edwin Kunz hatte dieses Amt von 1977 bis 1980 inne. Beide sind nun im Organisationskomitee für die Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag des Vereins, Röthlisberger als Präsident und Kunz als Chronist, der wie bereits vor 25 Jahren die Festschrift zum Jubiläum verfasst. Dieses findet im September statt (Kasten).

Eine grosse Turnerfamilie

Auch wenn sich die Beweggründe für eine Mitgliedschaft gleichen, hat sich der Verein in den vergangenen 100 Jahren verändert. So wurde 1913 der Männerturnverein gegründet, die Damenriege gab es damals aber noch nicht. Und erst 2007 haben sich die beiden Vereine zum STV zusammengeschlossen. «Das hat auch mit dem Zusammenschluss auf nationaler Ebene zu tun», erklärt Edwin Kunz. Schon seit längerer Zeit haben die beiden Vereine gewisse Anlässe wie die Abendunterhaltung und Nachwuchswettkämpfe gemeinsam organisiert. «Nun gehört die ganze Turnerfamilie zusammen.» Weitere Details zur Geschichte möchte Edwin Kunz aber erst zu einem späteren Zeitpunkt verraten, wenn er seine Informationen fertig zusammengetragen hat.

Zu den Mitgliederzahlen verrät er nur so viel: Beim Nachwuchs gibt es bei den Mädchen eine grosse Nachfrage. Die derzeit 60 Mädchen trainieren in drei Abteilungen. Bei den Buben sind es knapp 30 in zwei Abteilungen. Der Unterschied hat laut Joël Röthlisberger vor allem mit den Konkurrenzangeboten wie Unihockey und Fussball zu tun. «Das war zum Teil schon früher so», sagt Edwin Kunz. Heute seien die Angebote aber fast unbeschränkt. Dabei unterscheide sich der Turnverein wesentlich von anderen Sportvereinen. Während der Turnverein polysportiv ist, muss zum Beispiel für den FC ein bestimmtes Talent vorhanden sein.

Von Korbball bis Geräteturnen

«Wir zeichnen uns durch unsere Vielseitigkeit aus», erklärt Kunz. Das polysportive Angebot beinhaltet Leichtathletik, Korbball, Volleyball und Geräteturnen. «Ob Spitzensportler oder normaler Turner, es ist für jeden etwas dabei.» Zudem geht das Engagement über das Sportliche hinaus. Edwin Kunz nennt als Beispiel den Maskenball, den der Verein früher organisiert hat. Mit solchen Anlässen kann gleichzeitig die Kasse aufgebessert werden, womit die Jahresbeiträge tief bleiben. Auch der soziale Aspekt gehört dazu. Joël Röthlisberger freut sich, dass er dank des Turnvereins mit Freunden den Kontakt behält. «Jeder geht seine Wege, einige studieren auswärts, aber im TV trifft man sich regelmässig.» Und nicht zuletzt trage man etwas zum Gesamten bei. Bei Anlässen steht das gemeinsam Erreichte im Vordergrund. So lautet das Ziel für das diesjährige Eidgenössische Turnfest in Biel auch: Dabei sein ist alles – auch wenn sich der Verein über ein gutes Resultat freut.

Joël Röthlisberger, Präsident des STV Erlen. (Bild: ak)

Joël Röthlisberger, Präsident des STV Erlen. (Bild: ak)

Edwin Kunz, Chronist des STV Erlen. (Bild: ak)

Edwin Kunz, Chronist des STV Erlen. (Bild: ak)

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