Der Traum vom Traumberuf

129 Jugendliche verlassen kommende Woche die Sek. Sie beginnen eine Berufslehre, besuchen die Kanti oder machen ein Zwischenjahr und kommen damit ihrem Traumberuf einen Schritt näher.

Andrea Kern
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Eine Berufslehre ist nur eine von zahlreichen Möglichkeiten, die Sek-Absolventen offenstehen. (Archivbild: Chris Mansfield)

Eine Berufslehre ist nur eine von zahlreichen Möglichkeiten, die Sek-Absolventen offenstehen. (Archivbild: Chris Mansfield)

Nach der 3. Sek ist die obligatorische Schulzeit vorbei. Für die meisten Schülerinnen und Schüler beginnt ein neuer Lebensabschnitt: Sie erlernen einen Beruf, verdienen ihr erstes Geld und übernehmen Verantwortung. Für sich sowie auch für andere, für ihren Lehrbetrieb, für Kunden, für Patienten, für Material.

Den Jugendlichen stehen aber auch andere Möglichkeiten offen. Dazu gehören weiterführende Schulen, Brückenangebote oder auch ein Sprachwahljahr.

Für alle eine Lösung

129 Schüler treten kommende Woche aus der Sekundarschule Romanshorn/Salmsach aus, davon 113 aus der 3. Sek. 16 Schüler wechseln aus der 2. Sek in die Kantonsschule.

Die 3. Sek ist in drei Stufen unterteilt: 8 davon sind Kleinklässler, 52 besuchen die Sek G mit grundlegenden Anforderungen und 53 die Sek E mit erweiterten Anforderungen. «Für alle haben wir eine Anschlusslösung gefunden», freut sich Schulleiter Markus Villiger.

Die Lösung heisst: 19 Schüler besuchen eine weiterführende Schule (GMS, PMS, FMS), zwei eine private Handelsschule, 24 nutzen ein Brückenangebot, und zwei reisen in die Westschweiz für ihr Sprachwahljahr. 66 beginnen eine Berufslehre.

Die Schule als Türöffner

Bei der Berufswahl spielt die Schule eine bedeutende Rolle – aber nicht nur. Auch die Schüler selber sowie ihre Eltern müssen Initiative zeigen.

Es ist ein Zusammenspiel aller Beteiligten, wie Seklehrer Hans Krüsi erklärt: «Die Schule kann ein Türöffner sein.» Sie pflegt den Kontakt zu Lehrbetrieben, empfiehlt Schüler zum Schnuppern, organisiert die Berufswahlvorbereitung und gibt Tips zum Bewerben. «Zudem sollte die Berufswahl ab der 2. Sek auch innerhalb der Familie ein zentrales Thema sein», fügt er an.

«Die Eltern sollen dabei nicht alles organisieren, sondern zum Beispiel auf Tage der offenen Türen von Betrieben und Informationsanlässe von Berufsverbänden hinweisen.»

Persönlich vorstellen

Engagement zeigen, anrufen, sich nach einer freien Lehrstelle erkundigen und sich präsentieren seien unerlässlich, auch wenn die Hemmschwelle bei den Jugendlichen zuweilen hoch sei.

«Viele sind darauf nicht vorbereitet und müssen das zuerst noch lernen», erklärt Teamleiter Christoph Sutter. Dabei zeige sich Folgendes, wie Hans Krüsi anfügt: «Stellt sich jemand mit einem ausländischen Namen persönlich vor, hat er kaum mehr Nachteile.» Ersichtlich ist das auch aus der Liste der Schulabgänger, die Markus Villiger präsentiert: Sowohl bei den zukünftigen Lehrlingen als auch bei denjenigen, die ein Zwischenjahr machen, sind die Nationalitäten gleichermassen durchmischt.

Schade sei, dass nur noch wenige sich für ein Sprachwahljahr entscheiden. Dabei habe es neben dem Lernen der Sprache weitere Vorteile, ein Jahr in einer fremden Familie zu verbringen. «Auch die Persönlichkeit wird weiterentwickelt», sagt Christoph Sutter.

Und wer seinen Traumberuf noch nicht gefunden hat, soll nicht enttäuscht sein. «Es gibt viele Möglichkeiten, diesen sich auch später noch zu erfüllen», so Hans Krüsi.

Markus Villiger, Schulleiter. (Bild: dwa)

Markus Villiger, Schulleiter. (Bild: dwa)

Hans Krüsi, Seklehrer. (Bild: ak)

Hans Krüsi, Seklehrer. (Bild: ak)

Christoph Sutter, Teamleiter. (Bild: ak)

Christoph Sutter, Teamleiter. (Bild: ak)