Der Thurgau soll schön bleiben

Die Wanderausstellung «Wie bist du so schön – 50 Jahre Thurgauer Siedlung und Landschaft im Wandel» ist bis 31. Oktober in Bischofszell zu sehen. Sie berücksichtigt auch lokale Aspekte.

Claudia Gerrits
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Besucher studieren die frühere Situation auf dem östlichen Grubplatz. (Bild: Claudia Gerrits)

Besucher studieren die frühere Situation auf dem östlichen Grubplatz. (Bild: Claudia Gerrits)

BISCHOFSZELL. Noch vor 50 Jahren war vom Bischofsberg aus der Blick frei auf den Bahnhof und die Gleise von Bischofszell Stadt. Heute verdecken Bauten den Bahnhof. In der Aussicht vom Hummelberg aus standen Häuser und Wiesen im Vordergrund, wo heute Industriegebäude stehen. Ein lokaler Ausstellungsteil, der die Wanderausstellung ergänzt, die seit Sonntag im Historischen Museum zu sehen ist, macht auch den Wandel in Bischofszell deutlich.

Alten Fotografien sind aktuelle Ansichten gegenübergestellt und Ausschnitte aus dem heutigen Stadtplan zeigen die veränderte Situation auf.

Zirkus und Fussball im Nord

«Im Grunde ist es gar noch nicht so lange her, dass so manches noch anders war; eigentlich unglaublich, wie gross die Veränderungen sind», stellten einige der ersten Besucher an der Ausstellungseröffnung am Sonntag geradezu mit Erstaunen fest, als sie sich in die alten Fotografien vertieften.

«Auf einer der Wiesen im Nord gastierte noch der Circus Knie und es gab einen Fussballplatz», erinnerte sich auch Stadtammann Josef Mattle an seine Kinderzeit, als er in seinen Ausführungen das Konzept der Ausstellung vorstellte.

Entstanden ist das Projekt «Wie bist du so schön – 50 Jahre Thurgauer Siedlung und Landschaft im Wandel» im Auftrag des Regierungsrates.

Ein nie zuvor erlebter wirtschaftlicher Aufschwung, verbunden mit Bevölkerungswachstum und einer fast unbegrenzten Mobilität, haben seit einem halben Jahrhundert die Landschaft nachhaltig verändert. Diesen Veränderungen und deren Hintergründen geht die Wanderausstellung nach. Vermittelt werden die Inhalte über Bilder und Texte auf Stoffpaneelen, Filme, Hörstationen und an manchen Stellen auch durch einen lokalen Ausstellungsteil. Bis Sommer 2011 ist die Ausstellung an zehn verschiedenen Orten im Kanton zu sehen.

Raumplanung immer wichtiger

«Wie soll der Thurgau in 50 Jahren aussehen?», fragte Regierungsrat Bernhard Koch in seiner Begrüssung zur Ausstellungseröffnung. Solle die Liedzeile aus dem Thurgauerlied «Wie bist du so schön» auch in Zukunft noch gelten, seien manche Anstrengungen nötig. «Weder Steuern noch Krankenkasse, sondern die Raumplanung werden das Hauptthema und die grösste Herausforderung in den kommenden Jahren sein», machte Koch deutlich.

Die Förderung der Wirtschaft und des öffentlichen Verkehrs trage dazu bei, dass die Bevölkerung im Thurgau weiter zunimmt. Bis im Jahr 2030 rechne man mit einer Zunahme von 11 bis 17 Prozent.