«Der Standort ist gleichwertig»

Am Informationsabend im Kulturforum erläuterten Schulpräsident Markus Mendelin und Architekt Patric Allemann das Projekt für den geplanten Schulhausneubau in Oberaach. Opposition gab es nur vereinzelt.

Rita Kohn
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Die Halle des neuen Schulhauses soll durch bunte Kinderzeichnungen Farbe bekommen. (Bild: pd)

Die Halle des neuen Schulhauses soll durch bunte Kinderzeichnungen Farbe bekommen. (Bild: pd)

OBERAACH. Statt erhöht auf dem Sportplatz-Plateau in das leicht abschüssige Gelände westlich der Turnhalle eingepasst: Das Schulhausprojekt «Cuboro» überzeugt auch am neuen Standort. Das betonte Schulpräsident Markus Mendelin am Informationsanlass, der am Dienstagabend gegen die grosse Konkurrenz des gleichzeitig stattfindenden Peter-Reber-Konzertes bestehen musste. So war der Aufmarsch von Interessierten nicht gar so üppig, dennoch kam es zu einer regen Diskussion.

Neue Schulformen leben

Mit «Cuboro» schlägt die Volksschulgemeinde Amriswil-Hefenhofen-Sommeri einen neuen Weg ein. Sie nimmt die Vorgabe auf, die der Zufall gesetzt hat. Nach den guten Erfahrungen mit dem in ein grosszügiges Schulzimmer umfunktionierten Keller einer Gewerbeliegenschaft sollte sich dieses Konzept im neuen Schulhaus wiederfinden.

Schulleiterin Heidi Scherrer warb denn auch mit detaillierten Ausführungen zu neuen Schulformen und dem sich wandelnden Anspruch an Schulraum und Lehrkräfte für ein Ja zum vorliegenden Schulhausprojekt. Die Schulbürger werden am 27. November an der Urne über ein Kreditbegehren von 6,15 Millionen Franken abstimmen. Eine Summe, die – auf den Kubikmeterpreis umgerechnet – dem kantonalen Durchschnitt für den Bau neuen Schulraumes entspricht.

Neuer Standort ist teurer

Etwas günstiger ausgefallen wäre der Neubau am ursprünglich vorgesehenen Standort. Doch an der Schulgemeindeversammlung Ende Dezember 2010 war vor allem von Seiten der Einwohner von Oberaach Opposition gegen den Standort erwachsen. Sie fürchteten, die Plazierung könnte sich nachteilig auf das Vereinsleben im Dorf auswirken, da dadurch der Sportplatz leicht hätte beschnitten werden müssen.

Die Einbettung des Schulhauskörpers in das Gelände westlich der Turnhalle mache eine Vollunterkellerung notwendig, sagte Markus Mendelin. Allerdings werde dadurch auch zusätzlicher Raum geschaffen, der für die spätere Einrichtung eines Werkraums geeignet sei. «Wiegt man die beiden Varianten gegeneinander ab, so haben wir hier einen gleichwertigen Standort», sagte Architekt Patric Allemann. Zu diesem Schluss sei die Baukommission gekommen, nachdem sie ihre anfängliche Konsternation überwunden und die Situation analysiert habe.

Kritik an der Plazierung

Ganz ohne Widerspruch wurde das neue Projekt nicht aufgenommen. Ein Anwohner kritisierte etwa die Plazierung des Baukörpers am südlichen Rand der zur Verfügung stehenden Wiese. Er hätte es lieber gesehen, wenn die vorgesehenen Parkplätze entlang der Schulstrasse entstanden wären. Sie hätten so einen «natürlichen» Abstand zwischen Strasse und Schulhaus gebildet, das dadurch in den nördlichen Bereich der Wiese hätte verlegt werden können. Der Umstand, dass die Schulstrasse eine Kantonsstrasse sei, lasse diese Lösung nicht zu, hielt Allemann entgegen.

Auch Markus Mendelin hatte wenig übrig für den neuen Plazierungsvorschlag: «Wir haben den Standort für gut befunden und schlagen das Projekt so, wie es jetzt ist, zur Abstimmung vor.»

Erweiterung nicht geplant

Ob denn, wenn die Kinderzahlen weiter steigen, dereinst auch eine Erweiterung des Baukörpers möglich sei, wollte der Votant schliesslich wissen. Markus Mendelin verneinte. Es sei genügend Flexibilität vorhanden, um den vorhandenen Raum anders einzuteilen und bis zu zwei zusätzliche Schulzimmer zu gewinnen, sagte er.

Vorderhand nicht geplant ist auch die Gründung eines Wärmeverbundes, mittels dem umliegende Privatliegenschaften mit Energie hätten versorgt werden können.

Bis Sommer 2013 bezugsbereit

Seit 40 Jahren würde in Oberaach nun über den Bau eines neuen Schulhauses diskutiert, führte Markus Mendelin aus. In den letzten Jahren mussten die Klassen teilweise in Provisorien untergebracht werden. Das soll – wenn alles reibungslos läuft – im Sommer 2013 ein Ende haben. Bis dahin, so hofft Architekt Patric Allemann, wäre das neue Schulhaus bezugsbereit.

Sollte die Vorlage erneut abgelehnt werden, gebe es kein weiteres Projekt, das man einfach aus der Schublade ziehen könne, machte Mendelin deutlich.