Der Spielraum ist klein

Die Gemeinde stellte diese Woche die Teilrevision des Zonenplans und die Revision des Baureglements vor. Nötig waren teilweise kreative Lösungen.

Trudi Krieg
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Der grosse Aufmarsch am öffentlichen Orientierungsabend vom Dienstagabend zeigte das Interesse der Bevölkerung, das Ortsbild mitzugestalten und Eigeninteressen soweit möglich einzubringen. Zwar sagte Raumplaner Andreas Niklaus: «Das neue Baurecht wird liberaler sein.» Aber Gemeindepräsident Stephan Tobler erklärte auch: «Ihr habt dem neuen Raumplanungsgesetz zugestimmt, nun müssen wir es umsetzen. Uns Gemeinden bleibt nicht viel Spielraum.»

Laut Berechnungen des Bundes und des Kantons ist in Egnach die WMZ (Wohn-, Misch- und Zentrumszone) um 3, 6 Hektaren zu gross. Tobler erklärte, wie die nötige Reduktion und ein dichteres Bauen möglich sind. In Bauzonen werden die Bauten um ein Geschoss höher geplant. Zum Beispiel werden beim Schilfweg, wo jetzt eingeschossige Bauten sind, neu zweigeschossige Bauten geplant (zusätzlich Attikageschoss), Gebäudeabstände werden kleiner. Land in Bauzone wird nicht ausgezont, aber es muss entweder innert zehn Jahren Bauland verkauft oder darauf gebaut werden.

Einige Weiler werden umgeteilt in neue Zone

Beim Zonen- und Richtplan ist nur bei den Weilern Überarbeitungsbedarf. Einige Weiler werden umgeteilt in zusammenhängende Erhaltungszonen. Diese sind keine Bauzone, nichtlandwirtschaftliche Neubauten oder Umnutzung sind möglich.

Über das Thurella-Areal und das Gebiet der ehemaligen Sekundarschule Gristenbühl werde separat informiert und diskutiert, so Tobler. Einige Eingaben von Landwirten für neue Hühnerställe oder Spezialkulturen wurden schon berücksichtigt. Westlich des Weilers Ballen ist eine Deponie für 145 000 Kubikmeter Erdaushub geplant.

Vom 18. November bis 31. Januar 2017 liegen die Pläne öffentlich auf. Sie sind auch auf der Homepage (www.egnach.ch/Neuigkeiten) einsehbar. In dieser Zeit sind schriftliche Eingaben an den Gemeinderat möglich. Dieser wird die Anliegen prüfen und schriftlich antworten. Danach wird der Plan zur Vorprüfung beim Kanton eingereicht. Ziel ist, bis Sommer 2017 eine Antwort zu haben, so dass die Pläne bereinigt werden können. Danach besteht die Möglichkeit zur Einsprache bis September. Im Februar 2018 ist eine ausserordentliche Gemeindeversammlung mit einer Abstimmung zu den bereinigten Plänen vorgesehen.