Der soziale Gedanke zählt

AMRISWIL. Die Lions Clubs Oberthurgau und Luxburg-Bodensee sowie die JCI Oberthurgau setzen sich für soziale Projekte ein. Mit dem nächsten Einsatz wollen die Serviceclubs das Projekt «Tischlein deck dich» in Amriswil unterstützen.

Maya Mussilier
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Einsatz für «Tischlein deck dich»: Stephan Knecht, Leiter Heilsarmee Amriswil, Edgar Meier, Lions Club Luxburg-Bodensee, Jacqueline Marquart, JCI Oberthurgau und Peter Geisselhardt, Lions Club Oberthurgau. (Bild: Maya Mussilier)

Einsatz für «Tischlein deck dich»: Stephan Knecht, Leiter Heilsarmee Amriswil, Edgar Meier, Lions Club Luxburg-Bodensee, Jacqueline Marquart, JCI Oberthurgau und Peter Geisselhardt, Lions Club Oberthurgau. (Bild: Maya Mussilier)

Jeden Donnerstag stehen vor dem Heilsarmeegebäude an der Säntisstrasse die Leute Schlange. Schon seit 16 Uhr sind die fünf freiwilligen Helferinnen und Helfer dabei, die Waren für die Bezüger herzurichten. Wenn sich um 17 Uhr die Türen öffnen, werden zuerst die Bezugskarten eingezogen. «Die Karten werden gemischt und die Leute einzeln aufgerufen», erklärt Stephan Knecht, Leiter der Heilsarmee Amriswil, das System. So sei, im Sinne einer gerechten Verteilung, jedesmal jemand anders als erster dran.

Keine abgelaufene Ware

Das «Tischlein deck dich» ist nämlich kein normaler Laden, in dem ganz nach Wunsch eingekauft werden kann. «Es hat einfach das, was es hat», sagt Knecht. Meistens vorhanden sind Brot, Gemüse, Früchte oder Milchprodukte. Ab und zu sind auch Käse, Fleisch, Chips, Teigwaren oder Reis vorhanden. Eher selten gibt es zudem Pflegeprodukte. Stephan Knecht betont: «Wir verteilen keine abgelaufene Ware. Wir erhalten aber von Läden Produkte, von denen sie glauben, dass sie nicht mehr innerhalb der Ablaufzeit verkauft werden können.

Gemischtes Publikum

Zu den Bezügern gehören viele ältere Schweizer, aber auch Grossfamilien, IV-Rentner, Working Poor oder Asylbewerber. «Wir haben ein ganz gemischtes Publikum», sagt Stephan Knecht. Sozial schwächer gestellte Menschen beantragen eine Bezugskarte bei der Heilsarmee in Amriswil. Teilweise erhalten die Bezüger laut Stephan Knecht ihre Karten aber auch vom Heks, von der Pro Infirmis oder vom Sozialamt.

Zum Einzugsgebiet des «Tischlein deck dich» in Amriswil gehören auch Bischofszell, Romanshorn und Erlen. Im Schnitt hätten sie rund 60 Bezüger, die sich bei ihnen mit Waren für etwa 160 Personen eindecken würden, sagt Knecht. «Im letzten Jahr haben wir 7000 Portionen herausgegeben.» Trotz dieser Menge ist es den Helfern wichtig, die Bezüger nicht einfach abzufertigen. Jeder wird persönlich begrüsst, durch die Warenstrasse begleitet und zum Schluss auch verabschiedet. Davor, dass dieses Hilfsangebot unberechtigterweise ausgenutzt werden könnte, hat Stephan Knecht keine Angst. «Es braucht Überwindung zu kommen und hier bis zu einer Stunde anzustehen», sagt er. «Ich gehe davon aus, dass das nur jemand macht, der es braucht.» Das «Tischlein deck Dich» wurde von der Heilsarmee zunächst in grösseren Städten angeboten. Vor zehn Jahren wurde das Angebot in der Kleinstadt Amriswil als Pilotprojekt eingeführt. «Es hat sich hier bewährt», betont Stephan Knecht.

Einsatz für soziale Projekte

Auf das «Tischlein deck dich» aufmerksam geworden, sind mit dem Lions Club Oberthurgau, dem Lions Club Luxburg-Bodensee und der Junior Chamber International (JCI) Oberthurgau auch drei regionale Serviceclubs. Sie setzen sich jeweils für soziale Projekte ein und haben beschlossen, am Strassenfest einen gemeinsamen Stand zugunsten von «Tischlein deck dich» zu betreiben. Unter dem Motto «Mexiko» stehen also für einmal Handwerker, Wirtschaftsleute oder Bankdirektoren an der Pfanne und werden die Gäste mit Fajitas, Margeritas oder dem mexikanischen Corona-Bier verwöhnen.