Der Skiclub ist nur noch Geschichte

An der Schwelle seines hundertjährigen Bestehens löst sich der Skiclub Arbon auf. Die Kurse waren nicht mehr gefragt, das Interesse an Anlässen schwand. Die Szene hat sich individualisiert und verlagert.

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Mitglieder des Skiclubs Arbon 1922 auf dem Kaien. (Bild: TZ-Archiv)

Mitglieder des Skiclubs Arbon 1922 auf dem Kaien. (Bild: TZ-Archiv)

Ein Aus, das sich irgendwie angebahnt hatte: Am 7. Dezember 2015 datiert der letzte Eintrag auf der Website. Seit einem Jahr schon sind administrativ die Vereinsaktivitäten eingestellt. Nun wurde auch mit der formellen Vereinsauflösung ein Schlussstrich gezogen.

Der Verein ist ausgeblutet, die Agenda leer geworden

Im November 1917 war der Skiclub Arbon gegründet worden. Von 1918 bis 2013 hat der Skiclub jeden Winter seine Ski- und später auch Snowboardkurse angeboten. Anfänglich sogar direkt vor der Haustüre im Pfauenmoos zwischen Arbon und Berg – damals noch streng nach Geschlechtern getrennt. Die Zeiten haben sich jedoch geändert. War es früher eine Ehre, für den Skiclub als Skilehrer tätigt zu sein, wurde es zunehmend schwieriger, dafür engagierte ehrenamtlich tätige Leute zu finden. Das führt dazu, dass 2013 der Skikurs-Betrieb eingestellt wurde.

Auch schwand das Interesse am Skitag immer mehr, der zuvor schon von der Agenda gestrichen worden war. Waren früher die Skitage mit über 400 Teilnehmern legendär, so verloren sich zuletzt kaum noch eine Handvoll Teilnehmer auf der Rennpiste.

Zuletzt nur noch das Gesellige gepflegt

Damit habe der Verein seinen eigentlichen Sinn verloren, den er gemäss Statuten habe, sagt Gerry Garnitschnig, letzter SC-Präsident. Das schlug sich in schwindenden Mitgliederzahlen nieder. In den letzten Jahren sei nur noch das Gesellige gepflegt worden. Doch auch hier machten immer weniger mit. Deshalb haben die verbliebenen Mitglieder an einer ausserordentlichen Hauptversammlung einstimmig beschlossen, den Skiclub im hundertsten Vereinsjahr aufzulösen. «Mitglieder wie Vorstand bedauern diesen Schritt ausserordentlich», resümiert Gerry Garnitschnig.

Liquidation in geordneten Bahnen

Die Auflösung vollzieht sich in geordneten Bahnen. «Zu hundert Prozent» sei sichergestellt, dass sämtliche offenen Rechnungen aus dem Vereinsvermögen bezahlt werden können. Am Ende reichte es dann auch noch für eine würdige Abschlussveranstaltung.

Was Gerry Gartnischnig noch blieb: den ehemaligen Sponsoren für ihre Unterstützung zu danken – «auch allen ehemaligen Kursteilnehmern für ihre teils langjährige Treue». (red.)