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Der schiefe Haussegen

Dreispitz
Chretzer

«Puh – Es war ja ordentlich was los am Entsorgungshof», stöhnt die Chretzerin, die – ebenso wie unzählige andere Kreuzlinger auch, die guten Vorsätze umsetzen und den Feiertagsmüll wegwerfen wollte. «Entsorgungshof?», fragt der Chretzer von seiner bequemen Sandbank, «du meinst das regionale Annahmezentrum, oder?» Entsorgen steht nämlich auf der Liste der beschönigenden Worte, die der Fisch – seinen Vorsätzen gemäss – künftig vermeiden möchte, um ehrlicher zu wirken.

«Entsorgen heisst, jemanden von seinen Sorgen befreien», doziert er. «Ein Entsorger wäre demnach ein Beichtvater, die Glücksfee oder ein Arzt, der nach der Vorsorgeuntersuchung eine gute Prognose abgibt.» «Na, der Doktor würde sich aber schön bedanken, wenn du ihn Entsorger nennst», gibt die Ehefrau scharf zurück, «kognitiv herausgefordert, würde er denken. Besorg du lieber etwas zum Abendessen, sonst nimmt deine Rubensfigur noch Schaden, du Delegierer!» Upps, da naht wohl eine Beziehungskrise. Von Streit möchte der Chretzer lieber nicht reden.

Chretzer

kreuzlingen@thurgauerzeitung.ch

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