Der «Rossfall»-Geist lebt weiter

ARBON. Im September sagten die Arboner Ja zum Verkauf des traditionsreichen Ferienheims bei Urnäsch an die Privatschule Schloss Kefikon. Die Lager der Primarschule finden aber weiter statt. Und das Interesse der Kinder ist ungebrochen gross.

Markus Schoch
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Teilnehmer des Lagers im letzten Jahr: Im kommenden Sommer verbringen wieder etwa 40 Kinder ihre Ferien im «Rossfall». (Archivbild: Max Eichenberger)

Teilnehmer des Lagers im letzten Jahr: Im kommenden Sommer verbringen wieder etwa 40 Kinder ihre Ferien im «Rossfall». (Archivbild: Max Eichenberger)

Keine andere Vorlage hat die Arboner im letzten Jahr so bewegt wie der Verkauf des Ferienheims Rossfall, das die Primarschulgemeinde 1914 bei Urnäsch bauen liess. Das Haus sei ein «Juwel» und dürfe nicht zum «Spottpreis» von 200 000 Franken an die Privatschule Schloss Kefikon weggegeben werden, kritisierten die Gegner. Und sie warnten: Mit dem Besitzerwechsel werde auch der Geist des Hauses verlorengehen.

Es nützte alles nichts: Die Stimmbürger sagten am 22. September deutlich Ja zum Bruch mit der Tradition.

Die Gegner haben sich geirrt

Die Primarschulgemeinde bedingte sich allerdings vertraglich aus, dass es zumindest vorderhand weiterhin Sommerlager im «Rossfall» für die Arboner Schüler geben muss. Philipp Hofer, Co-Präsident des gegnerischen Komitees, hielt allerdings nicht viel von dieser Klausel. «Ich gehe davon aus, dass das Interesse schnell abnehmen wird», sagte er am Tag der Niederlage.

Der CVP-Präsident hat sich geirrt. Für das diesjährige Lager haben sich gemäss Primarschulpräsidentin Regina Hiller gut 40 Kinder angemeldet – so viele wie beim letzten Mal. Und das, obwohl es diesmal sogar zwei Wochen dauert.

Viele bekannte Gesichter

«Sehr erfreulich» ist für Hiller aber nicht nur die anhaltende Beliebtheit des Angebotes. «Toll ist auch, dass die bisherige Küchencrew wieder vollzählig dabei ist.»

Der Hauptleiter hat ebenfalls eine «Rossfall»-Vergangenheit: Es ist Reto Stacher. Dass der Primarlehrer dem Ferienheim die Treue hält, ist eine kleine Überraschung – und für Hiller «eine grosse Freude». Stacher gehörte zum Kernteam der Gegner des Verkaufs, die sich eigentlich nach verlorener Schlacht nicht weiter für den «Rossfall» engagieren wollten. So jedenfalls äusserte sich Hofer unmittelbar nach der Abstimmung vor bald acht Monaten.

Viele Schüler hätten ihn gefragt, ob er und die anderen Leiter in diesem Jahr wieder dabei seien, sagt Stacher. Auch von Vertretern der Primarschulbehörde sei er angesprochen worden. Nach einem Treffen mit Vertretern der Schule Schloss Kefikon habe er dann zugesagt. «Dies vor allem den Kindern zuliebe, weil ich ihnen dieses tolle Erlebnis ermöglichen möchte.»

Hilfe in der zweiten Woche

In der zweiten Lagerwoche erhält Stacher und sein Arboner Team Unterstützung von Mitarbeitern der Schule Schloss Kefikon, die in der ersten Woche noch im ordentlichen Schuldienst stehen. Der Zürcher Ferienplan ist ein anderer als der Thurgauer. Die Primarschulgemeinde Arbon lässt sich das Lager im «Rossfall» weiterhin einiges kosten: Pro Teilnehmer zahlt sie wie bisher 625 Franken.

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