«Der Preis ist viel zu hoch»

Auf Parzelle Nr. 2134 in Sitterdorf sollen Parkplätze entstehen. Vorerst wird daraus aber nichts. Die Gemeindeversammlung verweigerte die Zustimmung zum 450 000-Franken-Kredit.

Rudolf Käser
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Liegenschaft Bahnweg 1: Die Gemeinde Zihlschlacht-Sitterdorf will hier einen Parkplatz errichten. (Bild: Georg Stelzner)

Liegenschaft Bahnweg 1: Die Gemeinde Zihlschlacht-Sitterdorf will hier einen Parkplatz errichten. (Bild: Georg Stelzner)

ZIHLSCHLACHT. 126 Stimmberechtigte – das sind 8,53 Prozent – erschienen am Mittwochabend in der Mehrzweckhalle, um der ordentlichen Gemeindeversammlung beizuwohnen. «Ob das grosse Interesse wohl mit dem Kreditbegehren für den Erwerb der Liegenschaft Bahnweg 1 in Sitterdorf zu tun hat?», fragte sich Gemeindeammann Heidi Grau zu Beginn.

Zwei Gegenanträge gestellt

Der Kreditantrag sah vor, für 450 000 Franken die Liegenschaft zu erwerben, das Wohnhaus abzubrechen und auf dem Grundstück zwölf Parkplätze zu errichten. Heidi Grau erklärte, dass die Parkplätze wertvoll für die bessere Anbindung an den öffentlichen Verkehr seien. Sie nannte den von den SBB geplanten Halbstundentakt auf der Linie Weinfelden– St. Gallen und die Verbesserung des Busverkehrs. Die neuen Parkplätze könnten zudem bei Anlässen in der Kirche benützt werden.

Der Kaufpreis für das Grundstück (380 000 Franken) rief viel Kritik hervor. Der Betrag sei viel zu hoch. Es wurde angeführt, dass der Quadratmeterpreis auf 1170 Franken zu stehen käme. Unter den insgesamt 19 Wortmeldungen waren auch zwei, in denen Bürger einen Gegenantrag stellten. Darin wurde der Gemeinderat aufgefordert, mit der Besitzerin der Liegenschaft einen Kaufpreis von 250 000 Franken beziehungsweise einen solchen von 150 000 zu vereinbaren.

Ein Antragsteller verlangte eine geheime Abstimmung für alle drei Anträge, was die Gemeindeversammlung aber mit grosser Mehrheit ablehnte. Keine Chance hatte der Antrag auf 250 000 Franken mit nur 16 Stimmen, während derjenige auf 150 000 Franken immerhin 54 Ja-Stimmen bekam.

Bei der Gegenüberstellung des gemeinderätlichen Kreditbegehrens und des auf 150 000 Franken lautenden Antrags stimmten 64 für letzteren und 43 gegen ihn. Der Antrag des Gemeinderates erhielt 20 Ja- und 87 Nein-Stimmen. Somit wurde der Gemeinderat beauftragt, mit der Besitzerin der Liegenschaft Bahnweg 1 über einen Kaufpreis von 150 000 Franken zu verhandeln.

Ja zu Budget und Steuerfuss

Durch die Ablehnung des Liegenschaftenkaufs musste der Voranschlag angepasst werden. Bei einem Aufwand von 4 236 600 Franken und einem Ertrag von 4 155 410 Franken resultiert nun ein Rückschlag von 81 190 Franken. Die Nettoinvestitionen belaufen sich auf 529 000 Franken. Das auf einem gleichbleibenden Steuerfuss von 55 Prozent basierende Budget 2013 wurde ohne Gegenstimmen angenommen.

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