Der Pfarrer dachte nichts Böses

ARBON. Letzte Woche kam im evangelischen Kirchgemeindesekretariat der Tresor weg. Jetzt ist auch im Pfarreisekretariat der Katholiken eingebrochen worden.

Max Eichenberger
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Katholisches Pfarreisekretariat und Pfarrhaus an der Promenadenstrasse. (Bild: me)

Katholisches Pfarreisekretariat und Pfarrhaus an der Promenadenstrasse. (Bild: me)

ARBON. Vermutlich handelte es sich um einen Einzeltäter, der am Dienstagabend ins Pfarrhaus eingestiegen war und eine kleinere Barschaft entwendet hatte. Zutritt verschaffte er sich, indem er rückseitig zur Bahnhofstrasse ein Fenster aufgebrochen hatte, sagt Kirchenpräsident Dominik Diezi.

Vorsteherschaft tagte nebenan

Das Haus an der Promenadenstrasse mit der Wohnung von Pfarrer Henry Walczak im ersten Stock stand zu diesem Zeitpunkt leer. Die Kirchenvorsteherschaft hielt nebenan im Pfarreizentrum eine Sitzung ab. Diese dauerte von 20 bis 23.30 Uhr. Dort war auch der Pfarrer anwesend. Möglicherweise hat der Täter diese Konstellation ausgekundschaftet. Im Sekretariat habe der Einbrecher «die Tour gemacht» und alle Kästen und Schubladen aufgerissen, berichtet Diezi.

Nur an Geld interessiert

Der Unbekannte fand dabei nur einen geringen Geldbetrag, den er mitlaufen liess. «Er war nur an Geld interessiert und nahm bloss Noten mit, das Münz liess er da.» Offenbar habe es der Einbrecher auch pressant gehabt, meint Diezi. Kurioserweise hatte Pfarrer Walczak während der Sitzung im Pfarrhaus nebenan kurz bemerkt, dass dort Licht brannte. Er wähnte den Diakon oder sonstwen von der Pfarrei dort, der möglicherweise noch etwas vorbei brachte. «Verschiedene Personen der Kirche haben nämlich einen Schlüssel zum Haus», sagt Henry Walczak. Da denkt niemand etwas Böses. Schon gar nicht der Pfarrer.

Auch Pfarrwohnung durchsucht

Als Pfarrer Walczak nach der Sitzung um 23.30 das Haus betrat, wurde er dann sofort gewahr, dass eingebrochen worden war. «Er kam aufgeregt heraus, als ich mit dem Velo vorbeifuhr», schildert Dominik Diezi. In der Nacht kam dann noch die Polizei vorbei, um den Tatbestand aufzunehmen. Die Pfarrwohnung hatte der Täter ebenfalls nach Geld durchsucht. An anderem war er nicht interessiert. So liess er unter anderem einen Laptop unangetastet.

Pfarrer schon einmal betroffen

Neben dem geringen materiellen und kleinen Sachschaden ist es vor allem das unangenehme Gefühl, das bleibe, sagt Diezi. Nicht das erste Mal bei Pfarrer Henry Walczak. Sein Pfarrhaus war schon bei einer früheren Wirkungsstätte in Nordrhein-Westfalen von Einbrechern heimgesucht worden, während er darin schlief.