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Der ökologischste Garten wird gesucht

ROMANSHORN. Der Vogel- und Naturschutz Romanshorn veranstaltet einen Garten-Wettbewerb. Dabei kommt es aber nicht vorwiegend auf die Schönheit der Gärten an, sondern auf deren ökologischen Wert.
Michèle Vaterlaus
Corinne Röthlisberger zeigt den japanischen Knöterich im Naturschutzgebiet von Romanshorn. (Bild: Michèle Vaterlaus)

Corinne Röthlisberger zeigt den japanischen Knöterich im Naturschutzgebiet von Romanshorn. (Bild: Michèle Vaterlaus)

Im Naturschutzgebiet in Romanshorn spriesst der japanische Knöterich. Ein invasiver Neophyt – das ist eine nicht einheimische Pflanze, die sich sehr schnell verbreitet. «Der Knöterich wächst so dicht, dass keine jungen Bäume mehr aufkommen», sagt Corinne Röthlisberger, Präsidentin des Vogel- und Naturschutzes Romanshorn. «Im Naturschutzgebiet ist der Knöterich kaum auszurotten, weil Arbeitskräfte fehlen und chemische Bekämpfung untersagt ist.»

Auch beliebte Gartenpflanzen zählen zu den invasiven Neophyten. Zum Beispiel die Goldrute, der Sommerflieder und der Kirschlorbeer. Um das Bewusstsein für einheimische Pflanzen zu stärken, veranstaltet der Vogel- und Naturschutz einen Garten-Wettbewerb.

Lebensraum für Tiere

«Wir suchen den Garten, der innerhalb eines Jahres in ökologischer Hinsicht am meisten Fortschritte macht.» Denn die heimischen Pflanzen bilden Lebensraum und Nahrung für verschiedene einheimische Tierarten. Der Vorteil eines ökologischen Gartens sei auch, dass ein Gleichgewicht herrsche. «Finde ich an einem Tag Läuse an einer Pflanze, entdecke ich am nächsten Marienkäfer-Larven dort», sagt Röthlisberger.

Die Ausbreitung der invasiven Neophyten gefährde langfristig die Existenz der einheimischen Pflanzen und Tiere. «Im Tessin sieht man zum Beispiel überall im Wald Flieder. Bei uns muss es nur ein bis zwei Grad wärmer werden, und dann sieht es auch so aus. Das wäre doch schade, wenn wir den gleichen Fehler begehen», findet die Studentin in Umwelt-Ingenieurwesen und gelernte Landschaftsgärtnerin.

Neophyten in die KVA

Corinne Röthlisberger weiss, dass die Pflege der ökologischen Gärten nicht einfach, jedoch nicht aufwendiger ist wie die eines konventionellen Gartens. «Einfach alles wachsen zu lassen, ist nicht der richtige Weg, weil die Gefahr besteht, dass sich Neophyten verbreiten», sagt sie.

Auf Farben und Formen muss man aber nicht verzichten. «Ich habe zum Beispiel zu Hause diverse Wiesenpflanzen gesät wie die Kartäusernelke oder den Wiesensalbei, um den Rasen langsam in eine Blumenwiese zu verwandeln», sagt Röthlisberger. Anstatt Thujahecken können verschiedene einheimische Sträucher wie der Schwarze Holunder oder die Stechpalme gepflanzt werden. Die invasiven Neophyten solle man aber nicht ausrupfen und auf den Kompost werfen. «So können sie sich weiter vermehren. Diese Pflanzen gehören in die KVA.»

Hoffnung für den Flieder

Liebhaber des Sommerflieders, die nun einen ökologischeren Garten wollen, müssen ihren violetten Favoriten nicht aufgeben. «Im Gegensatz zum Knöterich vermehrt sich der Sommerflieder über Samen. Wer die Blüten abschneidet, bevor sie sich versamen, kann der Verbreitung vorbeugen», sagt Röthlisberger. «Doch das braucht gutes Timing.»

Um eine Starthilfe zu geben, bietet der Vogel- und Naturschutz Romanshorn für die Teilnehmer des Garten-Wettbewerbs eine einmalige kostenlose Gartenberatung an.

Anmeldeschluss für den Garten-Wettbewerb ist der 17. Juni. Mehr Informationen dazu und zu den invasiven Neophyten gibt es per E-Mail cr.vnsro@bluewin.ch, online unter www.vogelschutz-romanshorn.birdlife.ch oder per Telefon unter 079 363 31 21.

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